
Mit dem Aufkommen des Internets in den 1990er Jahren entstand die Hoffnung, dass gesellschaftliche Unterschiede verringert werden, gleichzeitig aber auch die Befürchtung, dass bestimmte Teile der Gesellschaft abgehängt werden könnten. In der Literatur (z. B. Helsper 2021) wird dabei zwischen drei Ebenen differenziert: Unterschiede im Zugang zum Internet (1. Ebene); Internetnutzung und digitale Kompetenzen, wie beispielsweise Internet-Suchen durchführen oder neue Softwares oder Apps verwenden (2. Ebene) und sowohl positive als auch negative Auswirkungen (3. Ebene). Die Daten des SSÖ 2024 zeigen, basierend auf einer repräsentativen Zufallsstichprobe der österreichischen Bevölkerung, dass a) 81% der Bevölkerung das Internet mindestens einmal am Tag nutzt, während 7% es in den letzten 12 Monaten gar nicht verwendet haben, b) die Mehrheit ihre Fähigkeiten, das Internet zu nutzen auf einer fünfstufigen Skala als „sehr gut“ einschätzt, c) jedoch rund 17% selbst Opfer einer Internetkriminalität wurden und 14% mit Belästigungen im Internet konfrontiert waren. Die Internetnutzung bringt ebenfalls positive Effekte mit sich, so haben es beispielsweise 38% der Befragten verwendet, um ärztliche Befunde zu interpretieren, und bewerteten dies als hilfreich. In Summe zeigt sich somit, dass der Zugang zum Internet von einem sehr kleinen Teil der Bevölkerung nicht genutzt wird. Die erste digitale Kluft, der Unterschied im Zugang, ist zumindest beim basalen Zugang in Österreich daher nur gering ausgeprägt. Aufgrund dessen liegt der Fokus dieses Berichts vor allem auf der 2. und 3. Ebene. Etwas größere Unterschiede finden sich jedoch in der 2. Ebene der digitalen Kluft, da beispielsweise nur etwa 55% der Befragten ihre Fähigkeit, neue Programme zu erlernen, als “sehr gut”, bzw. “gut” einschätzen. Auf der 3. Ebene, den Auswirkungen, sind sowohl positive als auch negative Effekte zu erkennen.
Sociology, ISSP, Austria, SSÖ, Social Survey Austria, FOS: Sociology
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