
Der Artikel diagnostiziert ein Ungleichgewicht hinsichtlich der beiden grundlegenden Anliegen der Globalgeschichte: Der Fokus hat sich bisher ungleich stärker auf die Untersuchung grenzüberschreitender Verbindungen gerichtet als auf den Anspruch, geschichtswissenschaftliche Perspektiven zu dezentrieren. Am Beispiel der modernen Geschichte des Gefängnisses zeigt der Beitrag grundlegende Probleme globalgeschichtlicher Bestrebungen auf, grenzüberschreitende Übertragungsvorgänge zu rekonstruieren und deren Bedeutung für lokale, nationale oder regionale Entwicklungen zu analysieren. Sein Plädoyer für eine stärkere Dezentrierung historiographischer Betrachtungsweisen verbindet er zum einen exemplarisch mit dem Nachweis, dass die Globalisierung des Gefängnisses, entgegen den etablierten Narrativen, als Entwicklung mit zahlreichen, sich wandelnden Zentren zu beschreiben ist. Zur analytischen Erfassung solcher globalen Prozesse schlägt er das Konzept eines Referenzrahmens vor. Zum anderen unterstreicht der Artikel neben dem Blick auf Transferleistungen die Bedeutung vergleichender Ansätze für die globalgeschichtliche Forschung. Entlang der Unterscheidung von „harten“ und „weichen“ Versionen von Globalgeschichte wird eine polyzentrische Globalgeschichte einer von den Kompetenzen und Erkenntnisinteressen der area histories aus geschriebenen Globalgeschichte gegenübergestellt und argumentiert, dass die Beschäftigung mit der Frage der Globalität von historischen Phänomenen über erstere zu erfolgen hat.
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