
Durch die Einführung der Kompetenzorientierung und der neuen Form der Reifeprüfung müssen die SchülerInnen der allgemein bildenden höheren Schulen Fähigkeiten entwickeln, die sie auf ein mögliches Studium vorbereiten (vgl. BMB 2016a: 4). Speziell in den Schuljahren 9-12 müssen sie langsam auf die Anforderungen eines Studiums vorbereitet und an wissenschaftliche Dogmen herangeführt werden. Als Höhepunkt dieses Prozesses ist das verpflichtende Verfassen einer vorwissenschaftlichen Arbeit anzusehen, welche die erlernten Fähigkeiten widerspiegeln soll. Dies hat weitreichende Folgen für die Gestaltung des Unterrichts. Die Analyse einschlägiger Fachliteratur spielt fortan eine wesentliche Rolle, da oben genannter Abschlusstext hohen Ansprüchen zu genügen hat und deshalb fremde Textressourcen und Forschungserkenntnisse in den Arbeiten diskutiert und behandelt werden müssen. Für den Gegenstand Geographie und Wirtschaftskunde besteht die Möglichkeit, mittels unterschiedlicher Methoden und Unterrichtsformen Fähigkeiten zu vermitteln, die relevant für die Analyse und Verarbeitung wissenschaftlicher Schreibprodukte sind. Die Jugendlichen sollen dadurch auch bemächtigt werden, letztere selbst zu erstellen. Im vorliegenden Text werden die Folgen von jüngeren Neuerungen in der Unterrichtskultur für den GW-Unterricht und die daraus resultierenden Anforderungen an SchülerInnen und LehrerInnen diskutiert. Konkrete Reaktionen auf diese werden anhand einer Schulbuchanalyse verdeutlicht. Zudem wird dargestellt, durch welche Maßnahmen Fähigkeiten vermittelt werden können, die einen erfolgreichen Schaffensprozess vorwissenschaftlicher Artefakte gewährleisten.
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