
In der vorliegenden Arbeit werden die Grundfragen zur Art der Herstellung, zur Lokalisation der Produktionszentren und den Destinationen des Exports von afrikanischer Sigillata diskutiert. Im Fokus der Untersuchung steht die Provenienzbestimmung von afrikanischem Sigillatamaterial. In diesem Zusammenhang wird das Potential der Scherbentypanalyse erläutert. Die Scherbentypanalyse ist ein standardisiertes, archäologisches Verfahren zur Klassifikation von Keramikmaterial und eine Quelle zum Verständnis produktionsorientierter und wirtschaftsgeschichtlicher Fragen. Aufgrund der makroskopischen und mikroskopischen Materialeigenschaften von Keramik ist es möglich unterschiedliche Produktionsorte zu erfassen. Dabei dienen die Scherbentypen, die eine einzigartige Scherbenstruktur sowie eine charakteristische Zusammensetzung und Art der Einschlüsse aufweisen, als unverwechselbarer Fingerabdruck eines bestimmten Produktionsortes. Sind die Scherbentypen und damit Fingerabdrücke eines Produktionsortes dokumentiert, können Scherben mit ähnlichen Eigenschaften demselben Produktionszentrum zugeordnet und Handelskontakte zwischen den afrikanischen Produzenten und mediterranen Verbrauchern nachvollzogen werden. Auf der Grundlage des Prospektionsmaterials der Kollektion Jan Willem Salomonson konnten mit Hilfe der Scherbentypanalyse Aufschlüsse zu den nordtunesischen Produktionsorten Bordj el Djerbi, Oudna und Pheradi Maius, welche vom 4. Jh. bis ins 7. Jh. n. Chr. Sigillata fertigten, gewonnen werden.
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