
Im vorliegenden Beitrag wurde die Art und Weise der Darstellung der hussitischen Thematik in der schlesischen Geschichtsschreibung des Spatmittelalters charakterisiert. Es wurden ausgewahlte Geschichtswerke (Annalen und Chroniken) berucksichtigt, die im Milieu der Ordens- und weltlichen Geistlichkeit sowie auch der Burgerschaft entstanden sind. Am ausfuhrlichsten stellte Ludolf von Sagan in seinem Tractatus de longevo schismate die Gestalt von Johannes Hus, zum Teil die Ansichten der Hussiten und die Anfange der hussitischen Bewegung dar. Allgemein gesehen konzentrierten sich die Autoren der Geschichtswerke auf die Beschreibung der Bedrohung fur die katholischen Einwohner Schlesiens seitens der Hussiten und druckten ihre Ratlosigkeit und Furcht aus. Als charakteristisch fur die Darstellung der hussitischen Problematik in den schlesischen Geschichtswerken erweist sich ihre starke emotionelle Pragung. Nur geringe Aufmerksamkeit schenkte man den Geschehnissen auserhalb des Landes.
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