
doi: 10.1055/a-2179-8902
ZusammenfassungAls eine vielversprechende Quelle für bioaktive pflanzliche Sekundärstoffe gelten Keimsprossen von Kreuzblütlerpflanzen (Familie: Brassicaceae). Vor allem das in Brokkolisprossen in höheren Konzentrationen vorkommende Glucoraphanin ist als bioaktiver Naturstoff von besonderer Bedeutung. Glucoraphanin gehört zur Stoffklasse der Glucosinolate (Senfölglucoside) und stellt das Prodrug von Sulforaphan (1-Isothiocyanato-4-methylsulfinylbutan) dar, für das in zahlreichen Studien antikarzinogene bzw. chemopräventive Effekte gezeigt werden konnten. Zur Optimierung der täglichen Aufnahme von Glucosinolaten wird die eigene Anzucht von Sprossen immer beliebter und eine Vielzahl diesbezüglicher Brokkoli-Keimsaaten ist hierfür heute am Markt verfügbar. In diesem Zusammenhang wurden in der vorliegenden Studie die Glucosinolatmuster von 48 handelsüblichen Kreuzblütlersamen untersucht, davon die Hälfte (24 Proben) mit der Deklaration „Brokkoli“. In 15 der untersuchten Samenproben konnte Glucoraphanin in deutlichen Mengen nachgewiesen werden. Lediglich 9 dieser Samenmuster stammen laut Deklaration von Brokkoli, alle übrigen leiten sich von anderen Varietäten der Stamm-Art Brassica oleracea ab. Dies konnte analytisch eindeutig über die jeweiligen Glucosinolat-Fingerprints mittels U(H)PLC und CE belegt werden. Die vorliegenden Ergebnisse belegen, dass in vielen Fällen (15 von 24 Proben) trotz der Deklaration „Brokkoli“ für das untersuchte Saatgut kein für Brokkoli typisches Glucosinolatprofil nachweisbar ist und nur wenig oder kein Glucoraphanin bestimmbar war. Dies wird als eine für Verbraucher und Patienten unbefriedigende Situation bewertet.
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