
Roman Jakobson ist vor allem für seine Überlegungen zur Polarität von Metapher und Metonymie bekannt. Häufig übersehen wird dabei, dass Jakobson seine Thesen im Rahmen seiner Arbeiten zum Spracherwerb und Sprachverlust entwickelt. Gegenüber der medizinischen Einteilung in sensorische und motorische Aphasien schlägt er eine linguistische Unterteilung in Similaritäts- und Kontiguitätsstörungen vor. Während die Similaritätsstörung zu einem Verlust der Metapher führt, ist bei der Kontiguitätsstörung die Metonymie betroffen. In der Folge weitet Jakobson seine Überlegungen auf alle semiotischen Prozesse aus: von Träumen über magische Rituale bis hin zu sozialen Praktiken. Da es auch bei politischen Konflikten um Prozesse der Artikulation geht, verfolgt der Artikel zwei Ziele: Einerseits wird gefragt, inwiefern sich Jakobsons Unterscheidung von Similaritäts- und Kontiguitätsstörungen für die Analyse politischer Konflikte – wie etwa Lyotards Widerstreit oder Rancières Unvernehmen – produktiv machen lässt. Andererseits wird im Anschluss an Jakobsons Diagnose, dass die Erforschung der Sprache selbst eine Kontiguitätsstörung aufweist, die These vertreten, dass ein solche Störung jedem wissenschaftlichen Diskurs inhärent ist – und folglich auch der politischen Theorie und Metaphorologie.
Rhetoric, Politics, 603116 Political philosophy, 602036 Neurolinguistics, 603120 Philosophy of language, Metonymy, Jakobson, Roman, 602041 Rhetorik, 602036 Neurolinguistik, Aphasia, Metaphor, 603120 Sprachphilosophie, 602041 Rhetoric, 603116 Politische Philosophie
Rhetoric, Politics, 603116 Political philosophy, 602036 Neurolinguistics, 603120 Philosophy of language, Metonymy, Jakobson, Roman, 602041 Rhetorik, 602036 Neurolinguistik, Aphasia, Metaphor, 603120 Sprachphilosophie, 602041 Rhetoric, 603116 Politische Philosophie
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