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Unterrichtsstunde C_Klänge_1, Streicherklasse

Authors: Prantl, Daniel;

Unterrichtsstunde C_Klänge_1, Streicherklasse

Abstract

Vergleichbar zu Projekt B handelt es sich auch hier um ein Kompositionsprojekt mit einer Streicherklasse (6. Klasse Gymnasium, 2. Jahr Streicherklasse). Neben dem höheren Alter der S* - es stellt das einzige videographierte Projekt in einer Sekundarstufe dar – bestehen auf konzeptioneller Ebene zwei zentrale Unterschiede: Auf der einen Seite wurde keine Ouvertüre komponiert, vielmehr entstanden in gemeinsamer Arbeit von S* und Studierenden drei (teils interaktive) Stücke bzw. Klangcollagierungen, die in Vorbereitung zu einem Erlebniskonzert des städtischen Orchester ("Die Geschichte vom Soldaten" (Stravinsky 1987)) im Foyer des Konzerthauses durch die Schüler*innen in Form eines Wandelkonzerts im Frühjahr 2016 aufgeführt wurden. Auf der anderen Seite wurde das Projekt nicht im Rahmen einer Projektwoche realisiert, sondern in sechs unregelmäßig stattfindenden 90minütigen Unterrichtseinheiten, einem Workshop-Tag an der Schule und abschließender Proben im Konzerthaus. In der ersten Sitzung an der Schule präsentierte ein Kontrabassist des Orchesters verschiedene "außergewöhnliche" Spieltechniken sowie Ausschnitte aus dem Stück von Igor Stravinsky. Anschließend arbeiteten die Studierenden wieder in Kleingruppen mit den S*, jede Gruppe widmete sich dabei einer Figur des Stückes - hier konkret dem Soldaten, der Prinzessin und dem Teufel. Für jede der Gruppen hatten sich die Studierenden im Vorfeld ein Konzept für das zu entstehende Stück zurechtgelegt. Die „Soldat“-Gruppe beschäftigte sich mit den verschiedenen Gefühlswelten, die der Soldat durchlebt, die „Prinzessin“-Gruppe setzte verschiedene Tanzrhythmen im Zusammenhang mit „Stimmungen“ wie Eleganz, Schönheit und Hochmut um und die „Teufel“-Gruppe beschäftigte sich mit dem Einfluss des Teufels auf den Soldaten. Hier werden exemplarisch Mitschnitte aus der Gruppe Teufel näher betrachtet. Im Einstiegsworkshop, hier im dritten Durchlauf (C_Teufel_WS_1, 3 S* (1w, 2m), 2L* (1w, 1m), 1:01‘11‘‘), stellt L zunächst das Stückkonzept vor, symbolisiert in einem Plakat mit einem rotierbaren Element (hier stilisiert als Geige), das zwischen Soldat und Teufel verdreht werden kann. Je nachdem, in welche Richtung die Geige zeigt, soll das Stück anders erklingen. Zunächst sollen die S* ausgehend von Kärtchen mit Spieltechniken, Dynamikanweisungen u.a. zwei auswählen, diese üben und ggf. kombinieren und anschließend den Mit-S* beibringen. Gemeinsam wird dann besprochen, ob die Klänge eher dem Soldaten, dem Teufel oder dazwischen zugeordnet werden sollen. Schließlich wird der Ablauf einer klanglichen Entwicklung von Soldat zu Teufel geprobt. Bei einer Sitzung im Plenum zwei Tage später (C_Klänge_1, 9 S* (7w, 2m), 7 L*(6w,1m), 3 Winkel, 1:12‘29‘‘) präsentieren und diskutieren die einzelnen Gruppen (insgesamt 9 Präsentationen) ihre Ergebnisse und entscheiden sich am Ende jeweils für eines der drei Stücke, die sie am Projekttag (etwa eine Woche später) wieder in den einzelnen Gruppen verfeinern. Hier ist wieder exemplarisch die Weiterarbeit an der Gruppe „Teufel“ in 3 Mitschnitten aufgeführt. In C_Teufel_WS_2 (4 S* (2w, 2m), 2L* (1w, 1m), 1:37‘50‘‘), nun z.T. mit anderen S* besetzt, werden zunächst in EA die bekannten Klänge und Melodien geübt, im Anschluss in der Gruppe vorgestellt und geprobt, die Sitzung schließt mit einer kurzen Rhythmus-Übung. In C_Teufel_WS_3 (32‘42‘‘), einer Weiterführung des Workshops in selber Besetzung nach der Pause, wird hauptsächlich am Halten des metrischen Grundgerüsts (über dem einzelne improvisatorische Elemente gespielt werden) gearbeitet, der Abschnitt schließt mit einem Durchlauf. Zu Beginn von C_Teufel_WS_4 (40‘49‘‘), ebenfalls am selben Tag, werden die improvisatorisch erarbeiteten Einzelklänge in notierter Form ausgeteilt, die S* beschäftigen sich kurz im Rahmen eines Arbeitsblattes mit der Zuordnung der Klänge zu Teufel oder Soldat. Die Noten werden besprochen und die Schichtung der Klänge in mehreren Durchläufen und unterschiedlichen Varianten probiert. Gegen Ende der Phase probt L konkret einzelne Klänge mit einzelnen S*, insbesondere mit dem Kontrabassisten. Der Projekttag endet mit einer Präsentation und jeweils kurzen Diskussion der einzelnen Ergebnisse in C_Klänge_2 (12 S* (10w, 2m), 9 L* (8w, 1m), 30‘05‘‘). Im Anschluss fand (nach einer Woche Osterferien) innerhalb einer Woche noch eine Sitzung mit einer Probe, ein Projektnachmittag mit einer Generalprobe sowie die Aufführung als Wandelkonzert statt. Nur von der Generalprobenaufführung liegen Mitschnitte vor (Prinzessin-, Soldat-, Teufel-Generalprobe), von denen wieder exemplarische die Aufführung der Gruppe Teufel (C_GP_Teufel, 4 S* (2w, 2m), 2L* (1w, 1m), 5‘22‘‘) in den Videofundus mit aufgenommen wurde. Die Aufzeichnungen aus Projekt C wurden insbesondere deswegen ausgewählt, weil sie eine interessante Erweiterung des Settings von Projekt B darstellen, da einerseits durch die veränderte Altersgruppe deutlich andere Dialogstrukturen zustande kamen und die kompositorische Zielsetzung auf andere Art angegangen wurde.

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