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Ausgehend von einer Untersuchung über die Langzeitwirkung des Instrumentalunterrichtes an Musikschulen versucht diese Arbeit verschiedene Wege aufzuzeigen, wie die Elemente dieser Langzeitwirkung im Rahmen des Unterrichtes zu fördern sind. Nach einer kurzen Beschreibung der Art, wie die Auftritts- und Sozialkompetenz sowie kulturelle Kompetenzen entwickelt werden können, wird speziell auf die Entwicklung der Musikalität eingegangen. Diesbezüglich werden musikpädagogische Methoden dargestellt, von denen zwei aus dem französischsprachigen Raum und eine aus Ungarn stammen: diejenige von Edgar Willems, diejenige von Robert Kaddouch und diejenige von Zoltán Kodály. Dabei wird unterstrichen, dass der Begriff «Musikalität» nicht – wie es häufig der Fall ist – mit «musikalischer Begabung» gleichgesetzt werden soll, sondern als Weg, als stetige Entwicklung verstanden werden muss. In den Schlussfolgerungen werden schliesslich die zu kurzen Unterrichtslektionen an Musikschulen angesprochen, denn für die Entwicklung von Musikalität ist der Zeitfaktor bei der Interaktion mit der Lehrperson und beim Üben zentral. Ausgangspunkt der Untersuchung ist zum einen die Feststellung, dass im deutschsprachigen Raum noch wenig musikalische Entwicklungs- und Talentforschung betrieben wird. Zweitens zeigen uns internationale Forschungen, dass alle Menschen biologisch gerüstet sind, musikalisch zu sein. Drittens haben Musikpädagog*innen auf Basis ihrer Erfahrungen Grundlagen für einen Musikunterricht geschaffen, in dem Kinder ihre musikalischen Potenziale entfalten können. Auch die Erfahrungen des Autors als Musiklehrperson und Musikschulleiter weisen auf die Chancen einer altersgerechten Förderung der Musikalität hin. Wenn ein Kind von seinem Umfeld ab der Geburt musikalisch «gebildet» wird, kann es schon früh und unter Anleitung von qualifizierten Lehrpersonen mit Instrumenten experimentieren, ein Instrument auswählen und erlernen. Wichtig ist dabei, das Kind lange ohne schriftliche Anweisung und ohne Notenschrift musikalisch zu leiten. Beim Heranführen an die Notation ist dann zu beachten, dass nicht Einzelnoten vermittelt werden, sondern Kinder mit Motiven und kurzen Phrasen konfrontiert werden. Lernen soll nicht über den Weg vom schriftlichen Klangzeichen via Klangerzeugungshandlung zum Klang führen, sondern zunächst über den vorweggenommenen Klang Klangerzeugungshandlungen trainieren. Junge Anfänger*innen müssen Musik über das Handeln in grösseren Einheiten erlernen. Dabei ist anzuerkennen, dass sich die musikalische Ausdrucksfähigkeit in den verschiedenen Stadien der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes- und Jugendalters unterschiedlich zeigt
+ Reihe: Forschungsbericht der Hochschule Luzern – Musik 22 + ger
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