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Mit dem Wandel der Familienbilder hat sich auch die Form der Stieffamilie verändert. Während früher die Stieffamilie durch die Wiederverheiratung nach dem Tod eines biologischen Elternteils entstand, bilden sich heutige Stieffamilien mehrheitlich nach Trennung oder Scheidung. Folglich besteht das Stieffamiliensystem aus mindestens einem Stiefelternteil, dem Kind oder den Kindern und beiden biologischen Elternteilen. Mit der beschriebenen Familienform haben heutige Stiefeltern nicht mehr die Rolle, einen dahingeschiedenen Elternteil zu ersetzen, was gleichzeitig die Frage nach der aktuellen sozialen Rolle der heutigen Stiefelternschaft aufwirft. Die folgende Forschungsarbeit soll daher nach Klärung grundlegender Begriffe und Theorieansätze die Frage nach der sozialen Rolle der Stiefeltern heute und nach den gesellschaftlichen Rollenerwartungen beantworten. Hierzu wurden neun Stiefeltern in verschiedenen Beziehungsdauern und verschiedenen Wohnverhältnissen mit der Methode der Gruppeninterviews zu ihrem Rollenerleben als Stiefelternteil befragt. Im Gespräch mit Stiefmüttern und Stiefvätern hat sich herausgestellt, dass das Erleben und Bilden der Rollenidentität als Stiefelternteil genderspezifische Merkmale aufweisen. Aus den Forschungsergebnissen geht weiterhin hervor, dass durch Uneinigkeiten zwischen den gesellschaftlichen Rollenvorstellungen und dem subjektiven Erleben der Stiefeltern die Bildung der Rollenidentität erschwert wird. Dienstleistungsangebote seitens der Sozialen Arbeit sind den Stiefeltern wenig bekannt, obwohl sie einen Unterstützungsbedarf erkennen.
+ Code Diss LU: hslusa basa + Fussnote: Bachelor-Arbeit, Hochschule Luzern – Soziale Arbeit, Studienrichtung Sozialarbeit, 2021 + NL-Code: NLLUHSA202110
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