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Mit dem Einsatz digitaler Medien in der Hochschullehre sowie der wachsenden Nutzung digitaler Bildungsressourcen entwickeln sich zunehmend neue Lehr-Lern-Settings, die zum einen Einfluss auf die physische Lernraumgestaltung nehmen. Zum anderen stoßen innovative Lernszenarien, häufig aufgrund traditioneller (Lern-)Architekturen in Hochschulen, auf Hindernisse und Grenzen in Bezug auf ihre Umsetzung. Doch auch über das individuelle Lernraumszenario hinaus müssen sich Hochschulen mit einer strategischen Lernraumentwicklung auseinandersetzen. Der Paradigmenwechsel “from teaching to learning” zeigt nun, dass bisher traditionelle Lernraumstrukturen und -ausstattungen, die beispielsweise überwiegend Frontalunterricht zulassen, Lernendenzentrierung nur bedingt fördern. Damit wird deutlich, dass der “shift from teaching to learning” auch eine räumliche Übersetzung in den Hochschulen benötigt. Mit den aktuellen Entwicklungen rund um den digitalen Wandel wird die Dringlichkeit der Gestaltung physischer Lernräume in Hochschulen noch deutlicher. Vor allem vor dem Hintergrund, Studierende zu befähigen sich in einer stetig wandelnden „Welt von morgen” zu orientieren und bestehen zu können. Dafür benötigen sie Fähigkeiten, die ihnen helfen in ungewissen komplexen Problemsituationen zu agieren. Beschrieben werden diese Kompetenzen als Futures Skills bzw. 21st Century Skills. Sie umfassen vor allem überfachliche Kompetenzen wie kreatives Problemlösen, analytisches und kritisches Denken oder virtuelle und persönliche Kommunikation und Kollaboration. Diese Fähigkeiten lassen sich nicht ausschließlich durch Wissensvermittlung entwickeln, sondern benötigen Lern-Settings, die beispielsweise Studierende eigenständig projektbasiert an realen Problemstellungen arbeiten lassen. Dafür braucht es Raumangebote, die flexible Arbeitsstrukturen unterstützen bzw. ermöglichen. Aber auch Hochschulen müssen lernen mit Unbeständigkeiten infolge des digitalen Wandels umzugehen und eigene Zukunftskonzepte zu gestalten. Gerade die Planung und Umsetzung von Campusflächen und Lernraumkonzepten ist, angesichts ungewisser künftiger Entwicklungen und Anforderungen, ein besonders komplexer Prozess, der zudem die Involvierung vieler Stakeholder erfordert. Vor diesem Hintergrund stehen in diesem Beispielportfolio vier Hochschulen im Mittelpunkt, die sich aufgrund des digitalen Umbruchs, und den damit einhergehenden Herausforderungen, mit strategischer Lernraumentwicklung auseinandergesetzt haben. Die Auswahl der Fallbeispiele wurde von der Autorin getroffen. Alle vier Praxisbeispiele zeichnet eine individuelle Besonderheit aus. So wird das Nutzer*innenverhalten der Lernwelt an der Hochschule der Medien Stuttgart gleichzeitig beforscht, da es im Bereich der Lernraumgestaltung bisher kaum wissenschaftlich fundierte Untersuchungen gab. Die CODE University of Applied Sciences in Berlin etabliert sich als Community Campus und integriert Lernraumentwicklung als strategische Daueraufgabe. An der SRH Hochschule Heidelberg stellte das CORE-Studienmodell, als lehrstrategische Gesamtausrichtung, die Basis für die hochschulspezifischen Lernraumkonzepte dar. Die Hochschulbibliothek der Technischen Hochschule Mittelhessen erarbeitete ein komplett neues Konzept, um sich von einer bestandszentrierten Bibliothek zu einem serviceorientierten Lernort zu entwickeln. Die Ausarbeitungen sollen insbesondere Entscheidungsträger*innen aus dem Hochschulmanagementbereich Orientierung und Inspiration bieten, eigene Lernraumkonzepte zu entwickeln. Denn die Darstellung der Praxisbeispiele beschreibt vor allem den Entwicklungsprozess von der Konzeption bis zur Umsetzung, einschließlich der individuellen Zielstellungen, Partizipation von Akteur*innen sowie Prozessstrukturen. Die Ergebnisse der Lernraumgestaltungen und - ausstattungen werden jeweils anhand von Fotos veranschaulicht. Die einzelnen Porträts sind in Zusammenarbeit mit den für die Lernraumentwicklung verantwortlichen Personen der jeweiligen Hochschulen entstanden. Daher gilt mein besonderer Dank für die Zusammenarbeit bei dieser Veröffentlichung: Prof. Dr. Richard Stang - Hochschule der Medien Stuttgart Prof. Dr. Florian Grote - CODE University of Applied Sciences Berlin Prof. Dr. Katja Ninnemann - SRH Higher Education / Gastprofessur Technische Universität Berlin Andrea Thiel und Ingrid Sand - Technische Hochschule Mittelhessen
Lernraumentwicklung, Lernraumstrukturen und -ausstattungen, Lernraumszenarien
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