
Der dauerhafte und verlässliche Zugriff auf digitale Ressourcen ist eine Grundvoraussetzung für eine reproduzierbare Wissenschaft und die Bewahrung des kulturellen Erbes. Obwohl persistente Identifikatoren (PIDs) als Kernelemente von Open Science und den FAIR-Prinzipien anerkannt sind, ist die deutsche Forschungs- und Kulturlandschaft in der Praxis von mangelnder institutioneller Verbindlichkeit, fachspezifischer Fragmentierung und föderalen Parallelstrukturen geprägt. Um diese Hürden systematisch zu lokalisieren, wurde im Rahmen des DFG-geförderten Projekts PID Network Deutschland eine umfassende empirische Bestandsaufnahme durchgeführt. Sie bildet die Grundlage für die vorliegende PID-Roadmap, die erstmals einen disziplinübergreifenden, praxisnahen Orientierungsrahmen für die PID-Implementierung in Deutschland schafft. Sie bündelt die drängendsten Herausforderungen der kommenden fünf Jahre in fünf komplementären Handlungsfeldern. Perspektivisch ebnet die Roadmap den Weg für den Übergang zu maschinenlesbaren, vernetzten Wissensgraphen und schafft damit die informationstechnische Basis für KI-gestützte Forschungsumgebungen. Sie fungiert als strategischer Fahrplan, der im Dialog mit wissenschaftlichen und kulturellen Einrichtungen, Förderorganisationen, Informationsinfrastrukturen und Fach-Communities in einen verbindlichen nationalen PID-Aktionsplan überführt werden soll.
