
Dieser Artikel untersucht eine neue lateinische Ehreninschrift, die während der Grabungssaison 2024 in der Oststraße von Perge auf einem als Spolienmaterial wiederverwendeten Block dokumentiert wurde. Die Inschrift ehrt Kaiser Diocletian mit dem Titel Restitutor Orbis Terrarum und nennt als Dedikanten Aurelius Heraclida, welcher die Titel vir egregius, ducenarius et procurator Lyciae-Pamphyliae führt. Im Artikel werden zunächst die epigraphischen Merkmale der Inschrift evaluiert, woraufhin der politische und ideologische Hintergrund des Titels Restitutor Orbis Terrarum im Kontext der diokletianischen Restaurationsideologie diskutiert wird. Die Identität des in der Inschrift genannten Aurelius Heraclida wird unter Heranziehung der Prosopography of the Later Roman Empire (PLRE) sowie weiterer Schriftquellen eingehend analysiert; dabei werden stichhaltige Beweise dafür vorgelegt, dass er mit dem aus einer Inschrift in Udruh (Provinz Arabia) bekannten vir perfectissimus et dux Aurelius Heraclida identisch sein könnte. Die Abweichungen in der Titulatur zwischen beiden Dokumenten werden im Rahmen des spätrömischen Karriereverlaufs und der Ranghierarchie bewertet. Darüber hinaus wird der Kompetenzbereich von Heraclida unter Berücksichtigung der administrativen und militärischen Struktur der Provinz Lycia-Pamphylia im späten 3. Jahrhundert n. Chr. neu interpretiert. Demzufolge liefert die Studie neue Daten zur Provinzverwaltung, den militärisch-administrativen Reformen sowie zur Rezeption der kaiserlichen Ideologie in Kleinasien während der frühen Tetrarchie
