
Dieser Beitrag geht der Frage nach, wovon es abhängt, dass Jugendliche eine Berufsmaturität BM absolvieren. Einleitend werden die unterschiedlichen Möglichkeiten beleuchtet, um eine BM zu erwerben, sowie deren Entwicklung über die Zeit. Danach wird aufgezeigt, wie sich der BM-Anteil je nach Ausbildungsberuf und Kanton unterscheidet und welche Rolle Ausbildungsbetriebe spielen für die Möglichkeit, eine BM1 zu absolvieren. Im Weiteren wird im Beitrag die Rolle individueller Merkmale diskutiert und aufgezeigt, dass die BM überdurchschnittlich oft von Schüler:innen aus Sekundarschulniveaus mit erweiterten Anforderungen und guten Schulnoten sowie von jungen Männern absolviert wird. Abschliessend geht der Beitrag auf die Gründe ein, warum ein beträchtlicher Teil der Lernenden die BM nicht erfolgreich abschliesst. Praxistransfer● Die BM1 war in den letzten Jahren zugunsten der BM2 rückläufig. Auffällig ist der grosse Anteil an Jugendlichen, die mit einer BM1 beginnen, diese aber nicht abschliessen. Obwohl die Ursachen bisher kaum genauer untersucht worden sind, dürfte die grosse Belastung für die Jugendlichen eine Rolle spielen. Die BM1 ist anspruchsvoll, weil die Lernenden neben der Arbeit im Betrieb, der Berufsfachschule und den überbetrieblichen Kursen üK in der BM ein dichtes Schulprogramm bewältigen müssen. Eine bessere Vorbereitung der Jugendlichen in der Sekundarstufe I auf eine BM1 sowie Unterstützungsangebote während der BM1 durch die Berufsmaturitätsschulen könnten dazu beitragen, die hohen Abbruchquoten bei der BM1 zu reduzieren.● Im Weiteren ist zu vermuten, dass strukturelle Ursachen für den rückläufigen Trend bei der BM1 mitverantwortlich sind. Die BM1 erweitert die berufliche Grundbildung um einen vierten Lernort. In vielen Ausbildungsberufen sind die Koordination und Kooperation zwischen diesen vier Lernorten nicht besonders gut eingespielt. Eine bessere Abstimmung zwischen den Betrieben, Berufsfachschulen, üK und der Berufsmaturitätsschule könnte dazu beitragen, die zusätzliche Belastung für die Jugendlichen und dieBetriebe zu mildern und die BM1 wieder attraktiver zu machen. In Ausbildungsberufen mit schlechter Koordination zwischen den Lernorten könnte geprüft werden, ob sich die Lernenden phasenweise online am Unterricht beteiligen könnten.
Berufsmaturität Schweiz, Bildungswesen, Schweizer Berufsbildung
Berufsmaturität Schweiz, Bildungswesen, Schweizer Berufsbildung
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