
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen politischer Entfremdung, demokratischer Legitimation und direkter Bürgerbeteiligung im Kontext digitaler Transformation. Ausgangspunkt ist die Beobachtung eines zunehmenden Vertrauensverlustes in politische Institutionen sowie wachsender gesellschaftlicher Fragmentierung in modernen Demokratien. Die Arbeit verbindet demokratietheoretische Ansätze zu Legitimation und politischer Partizipation mit internationalen Perspektiven auf direkte Demokratie und digitale Beteiligungssysteme. Besonderes Augenmerk liegt auf den Chancen und Risiken digitaler Öffentlichkeiten, darunter deliberative Beteiligung, politische Mobilisierung, Desinformation, Polarisierung sowie algorithmisch geprägte Kommunikationsräume. Anhand internationaler Beispiele – insbesondere aus der Schweiz, Taiwan sowie deliberativen Bürgerforen in Europa – wird analysiert, unter welchen Bedingungen digitale Beteiligungssysteme repräsentative Demokratie sinnvoll ergänzen können. Die Arbeit argumentiert, dass weder rein repräsentative Systeme noch unmittelbare digitale Mehrheitsdemokratie den Anforderungen zunehmend digitalisierter und pluralisierter Gesellschaften allein gerecht werden können. Abschließend wird die Perspektive hybrider Demokratiestrukturen diskutiert, in denen repräsentative Institutionen, deliberative Beteiligungsverfahren und digitale Öffentlichkeiten institutionell miteinander verbunden werden. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass die demokratische Legitimation moderner Demokratien künftig maßgeblich von der Fähigkeit abhängen dürfte, digitale Beteiligung rechtsstaatlich, transparent und deliberativ in bestehende demokratische Strukturen zu integrieren.
Bürgerbeteiligung, politische Partizipation, politische Entfremdung, direkte Demokratie, digitale Öffentlichkeit, digitale Demokratie, demokratische Legitimation
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