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Report
Data sources: ZENODO
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Mischanbau zur Produktion von Pflanzenölen und -proteinen als Nachwachsende Rohstoffe

Authors: Scholcz, Susanne; Diehl, Theresa; Parzefall, Sebastian; Dressler, Daniela; Fritz, Maendy;

Mischanbau zur Produktion von Pflanzenölen und -proteinen als Nachwachsende Rohstoffe

Abstract

Politische Forderungen wie der Green Deal, das nationale Klimaschutzgesetz und die bayerische Biodiversitätsstrategie zielen auf eine Reduktion des Einsatzes von Stickstoffmineraldüngern und chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln im Pflanzenbau ab. Zugleich gewinnt die Anpassung der Landwirtschaft an zunehmende Witterungsextreme im Zuge des Klimawandels an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund ist die Entwicklung nachhaltiger Anbaukonzepte, die Umweltwirkungen minimieren und gleichzeitig Ertragsstabilität gewährleisten, von wesentlicher Bedeutung. Das Projekt „MixNawaRo“ verfolgte das Ziel, den Mischanbau von Leguminosen (Erbse, Ackerbohne, Sojabohne) mit Ölfrüchten (Leindotter, Saflor, Körnerhanf) als Strategie zur Reduktion von Stickstoffdüngern und Pflanzenschutzmitteln zu untersuchen. Dabei wurde geprüft, ob Mischanbau das Anbaurisiko von Leguminosen im Vergleich zur Reinsaat senkt. Über drei Jahre wurden Parzellenversuche mit vierfacher Wiederholung durchgeführt. Verschiedene Gemengekombinationen aus Leguminose und Ölfrüchten wurden hinsichtlich Saatstärke, Reihenanordnung, Saattiefe und Leguminosensorte untersucht. Die Bewertung erfolgte anhand von Entwicklung, Konkurrenzverhalten, Pflanzengesundheit, Kornertrag, relativem Flächenertrag (RYT), Kornqualität und Anforderungen bei Saat und Ernte. Zudem erfolgte eine ökologische Bewertung. Die Witterung beeinflusste maßgeblich Entwicklung und Ertragsanteile beider Gemengepartner. Der Mischanbau mit Erbse/Leindotter war, unabhängig von der Reihenanordnung und Erbsensorte, erfolgreich und hatte eine höhere Flächeneffizienz als die Reinsaaten. Das Gemenge Ackerbohne/Saflor und Ackerbohne/Leindotter erreichte meist einen RYT etwas über eins, stellt allerdings höhere Anforderungen an die Druscheinstellungen. Körnerhanf erwies sich als Gemengepartner aufgrund hohen Stickstoffbedarfs und heterogener Abreife als ungeeignet. Mischanbau mit Sojabohne war wegen hoher interspezifischer Konkurrenz und daraus folgend geringer Erträge sowie angesichts Herausforderungen bei der gemeinsamen Ernte nicht erfolgreich. Die ökologische Bewertung zeigt, dass der Gemengeanbau im Vergleich zur Reinsaat meist geringere Treibhausgasemissionen und eine deutlich reduzierte marine Eutrophierung aufweist, vor allem durch den geringeren Einsatz von Stickstoffdüngemitteln und den höheren N-Output durch Mischkulturen. Dadurch kann der Gemengeanbau zur Verringerung von Nährstoffeinträgen in Gewässer beitragen, wobei das Ertragsniveau eine wichtige Rolle für die Umweltwirkung spielt. Abschließend zeigt das Projekt, dass Mischanbau das Anbaurisiko von Leguminosen reduzieren kann, jedoch eine standortspezifische, sorgfältige Partnerwahl, erfolgreiche mechanische Beikrautregulierung, anspruchsvollere Ernteplanung sowie flexible Vermarktungskonzepte erfordert.

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