
Das Quantum Reality Framework (QRF) ist eine ontologische Grundlegung der Quantenmechanik. Es benennt explizit, was der Standardformalismus implizit voraussetzt, ohne es zu formalisieren: den Schritt, durch den eine von mehreren möglichen Alternativen wirklich wird. Das QRF ruht auf zwei Primitiven — Energie als Substrat und die ≪-Disposition als inhärente Tendenz zur Aktualisierung — und entwickelt aus ihnen eine kohärente Begriffskette: Seinspunkte als ontologisch minimale Träger beider Primitive, Dekohärenz als Strukturierung des Möglichkeitsraums, ᶜ_t als nicht-dynamischer, nicht-räumlicher Selektionsschritt, Faktizität als retrospektiv emergente Eigenschaft der Ereignisspur und das Präsens als einzig ontisch unvermittelte Zeitebene. Die Born'sche Regel folgt aus der Struktur — ontisch verankert durch Gleasons Theorem. Fundamentale Stochastizität ist ontisch und absolut, abgesichert durch Bells Theorem und Colbeck-Renner. Raum, Zeitpfeil, Expansion und Isotropie des Universums werden nicht postuliert, sondern aus den Primitiven abgeleitet. Die zentrale physikalische Vorhersage ist W ~ E/ħ: Die Rate der Aktualisierungsereignisse ist durch die Systemenergie strukturell bestimmt — parameterfrei und experimentell isolierbar, etwa an supraleitenden Qubits oder in der Elektronen-Interferometrie. Das QRF ist keine weitere Interpretation der Quantenmechanik. Es ist der Versuch, die Frage ernstzunehmen: Was muss die Welt sein, damit die Quantenmechanik so ist, wie sie ist?
