
In deutschen Großstädten entsteht Wohnraum nicht nur durch gesteuerte Bauleitplanung, sondern auch durch kleinteilige, ungesteuerte Nachverdichtung innerhalb von bestehendem Baurecht. Diese Prozesse sind für eine strategische Stadtentwicklung schwer abzuschätzen, da sie von Einzelentscheidungen von Eigentümer*innen abhängen und geeignete Datengrundlagen fehlen. Am Beispiel München wird ein Verfahren vorgestellt, das Verdichtungen zwischen 2013 und 2023 auf Basis von Kataster- und Gebäudedaten systematisch erfasst, klassifiziert und validiert. Dabei konnten auf 5.830 Parzellen bauliche Veränderungen identifiziert werden, die eine Nettozunahme von 4,4 Mio. m² Geschossfläche bedeuten. Besonders stark betroffen sind Gebiete mit offener Bauweise, in denen häufig Einfamilienhäuser durch Mehrfamilienhäuser ersetzt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass ungesteuerte Nachverdichtung einen erheblichen Beitrag zur Wohnraumentwicklung leistet, zugleich aber neue Anforderungen an Infrastruktur, Grünraumversorgung und Klimaanpassung stellt. Perspektivisch kann der entwickelte Datensatz als Grundlage für Prognosemodelle dienen, die kleinteilige bauliche Entwicklungen besser vorhersagbar machen und damit wertvolle Impulse für eine strategische Stadtplanung liefern. Hinweis zur Barrierefreiheit: Dieser Beitrag ist barrierefrei gestaltet und entspricht den Anforderungen der WCAG 2.2, Konformitätsstufe AA.
DFNS 2025, § 34-Gebiete, barrierefrei, statistische Prognosemodelle, Verdichtungstypen, Ungesteuerte Nachverdichtung, Wohnungsbau
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