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Report . 2025
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Geschlechterspezifisches Spielverhalten und Motivlage [Ergebnisbericht]

Authors: Schwarzkopf, Larissa; Bickl, Andreas; Rosenboom, Bernhard;

Geschlechterspezifisches Spielverhalten und Motivlage [Ergebnisbericht]

Abstract

Zielsetzung: Frühere Studien haben einerseits gezeigt, dass Männer und Frauen aus unterschiedlichen Motiven heraus Glücksspiel betreiben und dass andererseits bestimmte Motive eher mit der Entwicklung von Glücksspielproblemen zusammenhängen als andere. Ob und inwieweit bei Männern und Frauen ähnliche Motive den Übergang in schwerere Ausprägungsformen einer Glücksspielproblematik begünstigen oder ob für beide Geschlechter unterschiedliche Motive entscheidend sind, ist bislang unzureichend erforscht. Diese Studie setzte sich das Ziel die skizzierte Wissenslücke zu schließen. Vorgehensweise: Basierend auf Daten des von der LSG betriebenen Selbsttests „Verspiel nicht Dein Leben“ (VNDL) aus dem Zeitraum vom 1. Juli 2021 bis zum 30. Juni 2024 wurde zunächst bestimmt, welche Motive die weiblichen und männlichen Nutzenden für ihr Glückspielverhalten angaben. Anschließend wurden mittels Variablenselektionsmodellen diejenigen Motive ausgewählt, die bei Männern bzw. Frauen den Übergang in schwerere Ausprägungsformen einer Glücksspielproblematik1 (subklinisch → leicht, leicht → mittelgradig, mittelgradig → schwer) begünstigen. Hierzu wurde zunächst in einem gemeinsamen Modell geprüft, ob bestimmte Motive bei Männern und Frauen unterschiedlich starke Zusammenhänge zeigen (Interaktion). Anschließend wurde für Männer und Frauen jeweils ein eigenes Modell gerechnet, um die für das jeweilige Geschlecht besonders entscheidenden Motive zu identifizieren. Ergebnisse: „Spaß“ ist für Männer (69 %) wie Frauen (68 %) das zentrale Motiv für das Glücksspielen. Bei Männern folgen „Geldverdienen“ (60 %) und „Langeweile“ (53 %), bei Frauen „Langeweile“ (51 %) und „Sorgen vergessen“ (50 %). Frauen geben seltener „Geldverdienen“ (49 % vs. 59 %) und häufiger „Sorgen vergessen“ (50 % vs. 33 %), „Stress“ (42 % vs. 28 %), „wenn deprimiert“ (33 % vs. 22 %) und „leichter unter Leute kommen“ (8 % vs. 4 %) als Motive an als Männer. Bei Männern bilden „Geldverdienen“, „Sorgen vergessen“ und „wenn deprimiert“ grundsätzliche Risikofaktoren für einen Übergang in schwerere Aus-prägungsformen der Glücksspielproblematik. Der Übergang von einer leichten zu einer mittelgradigen Glücksspielproblematik wird zudem durch das Motiv „Gewohnheit“ begünstigt, für den Übergang von sub-klinischem Glücksspielverhalten in eine leichte Glücksspielproblematik kommen zusätzlich „Nervenkitzel“ und „Stress“ hinzu. Für Frauen ließ sich – annahmegemäß in Folge der kleinen Fallzahl – nur ein positives Zusammenspiel von „Sorgen vergessen“ und dem Übergang von einer mittelgradigen in eine schwere Glücksspielproblematik belegen. Diskussion: Im Einklang mit vorbestehenden Befunden haben finanzielle und erlebnisorientierte Motive für Männer besondere Bedeutung, Frauen spielen vordringlich zur Regulation negativer Emotionen (Co-ping). Zugleich sind finanzielle und Coping orientierte Motive (bei Männern) grundsätzliche Risikofaktoren für eine Intensivierung der Glücksspielproblematik, wohingegen erlebnisorientierte Motive („Stress“, „Nervenkitzel“) nur in Frühstadien bedeutsam sind. Beratungsangebote sollten daher geschlechterübergreifend auf funktionale Coping-Strategien ausgerichtet sein und bei Männern zusätzlich gezielt finanzielle Motive adressieren. Für die Prävention und Frühintervention erscheint eine Adressierung habitueller Motive vielversprechend.

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