
Die klassische Unterscheidung von Physik und Metaphysik ist zunehmend ungeeignet, um die heutige Erkenntnispraxis angemessen zu beschreiben. Während empirische Physik häufig als alleiniger Maßstab des Realen gilt, werden subjektive Erfahrung und soziale Ordnung entweder reduziert oder in einen unscharfen metaphysischen Restbereich ausgelagert. Dieses Paper schlägt eine alternative Ordnung vor.Ausgehend von einer epistemischen Klärung wird Realität nicht als einheitlicher Gegenstandsbereich verstanden, sondern als Gefüge unterschiedlicher Physiken der Stabilität: einer subjektiven Physik des Erlebens, einer intersubjektiven Physik sozialer Ordnung und einer empirischen Physik naturwissenschaftlicher Gesetzmäßigkeit. Diese Physiken sind weder hierarchisch noch aufeinander reduzierbar, sondern folgen jeweils eigenen Regeln der Stabilisierung und Grenzbildung.Die Epistemik fungiert dabei als Meta-Rahmen, der die Bedingungen klärt, unter denen unterschiedliche Realitätsformen erkannt, geprüft und beurteilt werden können. Friktion wird als notwendiges Grenzsignal analysiert, das begrenzte Tragfähigkeit sichtbar macht und so eine Bedingung von Ordnung und Bedeutung darstellt. Sie fungiert dabei nicht nur als Anzeige von Grenzbelastung, sondern als Selektionsmechanismus: Indem unterschiedliche Modelle, Ordnungen oder Stabilitätsansprüche unter Belastung unterschiedliche Kosten erzeugen, werden bestimmte Strukturen stabilisiert und andere verworfen. Zentrale Funktionen der klassischen Metaphysik werden dadurch präziser erfüllt, ohne ontologische Letztbehauptungen zu formulieren.
Epistemik; relative Realität; subjektive Physik; intersubjektive Physik; empirische Physik; Friktion; Stabilität; Metaphysikkritik; Erkenntnistheorie; Wirklichkeitsdifferenzierung
Epistemik; relative Realität; subjektive Physik; intersubjektive Physik; empirische Physik; Friktion; Stabilität; Metaphysikkritik; Erkenntnistheorie; Wirklichkeitsdifferenzierung
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