
Nachrichtenkompetenz stellt eine zentrale Schlüsselkompetenz im Umgang mit Informationen dar und gilt als wirksames Mittel zur Bekämpfung von Fake News. Der Erwerb entsprechender Fähigkeiten ist insbesondere für Jugendliche und junge Erwachsene von Bedeutung, da sie sich mehrheitlich über soziale Plattformen informieren und einen Grossteil ihrer Freizeit online verbringen. Gleichzeitig fällt es ihnen häufig schwer, sich kritisch und reflektiert mit den dort verfügbaren Informationen auseinanderzusetzen. Diese Masterarbeit untersucht die Nachrichtenkompetenz von Berufsfachlernenden in den Berufen Coiffeur und Kosmetik im ersten und zweiten Lehrjahr (EFZ) in der Deutschschweiz. Ziel war es, den Einfluss einer schulischen Intervention zur Förderung von Nachrichtenkompetenz zu analysieren sowie verhaltensbezogene und soziodemografische Einflussfaktoren im Zusammenhang mit dieser Kompetenz zu identifizieren. Die Interventionsstudie wurde mit 108 Lernenden aus zwei Berufsfachschulen in den Kantonen Zürich und Aargau durchgeführt und im Rahmen eines quasi-experimentellen Designs mit Experimental- und Kontrollgruppe umgesetzt. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe eines standardisierten Online-Fragebogens vor und nach der Intervention. Erfasst wurden dabei sowohl die objektive Nachrichtenkompetenz als auch die selbstwahrgenommene Nachrichtenkompetenz und die Motivation zum Nachrichtenkonsum, um Veränderungen durch die Intervention umfassend zu analysieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Nachrichtenkompetenz vor der Intervention positiv mit besseren Schulnoten, dem Vorhandensein eines eigenen Zimmers, einer grösseren Anzahl an Büchern im Haushalt und der Nutzung von Print- und Online-Nachrichten sowie Reddit korrelierte. Die Intervention in der Experimentalgruppe führte zu einem signifikanten Anstieg der objektiv gemessenen Nachrichtenkompetenz. Insbesondere Lernende aus dem Kanton Aargau sowie aus dem Berufsfeld Kosmetik wiesen nach der Intervention höhere Kompetenzwerte auf. Die selbstwahrgenommene Nachrichtenkompetenz blieb durch die Intervention unbeeinflusst, jedoch konnte die Motivation zum Nachrichtenkonsum gesteigert werden. Die Befunde unterstreichen die Relevanz interaktiver Bildungsangebote in der beruflichen Grundbildung. Sie verdeutlichen, dass junge Menschen im digitalen Zeitalter gezielt darin gefördert werden können, einen reflektierten und kritischen Umgang mit Nachrichten zu entwickeln, was eine wichtige Voraussetzung für die demokratische Teilnahme ist.
news literacy, vocational education, subject matter didactics
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