
Geschlechterfragen sind zu einem kontroversen Thema in der europäischen Politik geworden, wobei die Polarisierung weitgehend von rechtspopulistischen Parteien (Right-Wing Populist Parties, RWPPs) vorangetrieben wird. Systematische, länderübergreifende Belege fehlten bisher, doch dieses Briefing trägt dazu bei, diese Lücke zu schliessen, indem es eine erste quantitative Analyse für Dänemark, Deutschland, Ungarn, Spanien, die Schweiz und das Vereinigte Königreich vorlegt. Unsere Analyse zeigt, dass Parteien geschlechterbezogenen Themen insgesamt relativ wenig Aufmerksamkeit widmen, mit deutlichen Unterschieden zwischen den Ländern und den Arten von Wahlen. In der Schweiz, ähnlich wie in den anderen untersuchten Ländern, werden geschlechterbezogene Bedürfnisse (Gender-Based Needs, GBNs,) in nationalen Parteiprogrammen nur sporadisch erwähnt (3,52 % des Inhalts). Bemerkenswert ist, dass die Schweizer Parteiprogramme den höchsten Anteil Geschlechterthemen (15,8 %) unter den sechs Ländern aufweisen, die negativ konnotiert sind, obwohl der grösste Teil der Inhalte weiterhin positiv ist. In den letzten zwei Jahrzehnten hat der Stellenwert geschlechterbezogener Themen zugenommen, insbesondere seit Ende der 2010er-Jahre, wobei die Schweiz hier einem allgemeinen europäischen Trend folgt. Schweizer Parteien haben ihre Aufmerksamkeit von Arbeitsmarkt- und Wohlfahrtsthemen verlagert und konzentrieren sich zunehmend auf Rechte, Diskriminierung, Gewalt, Patriarchat und Heteronormativität. RWPPs in der Schweiz behandeln Geschlechterthemen nicht häufiger als andere Parteien, aber wenn sie dies tun, ist ihre Darstellung deutlich negativer und fokussiert sich auf Rechte, Diskriminierung und Gewalt, anstatt auf konkrete politische Vorschläge. Wie in anderen Ländern behandeln die meisten Parteien Geschlechterthemen in eher allgemeinen Formulierungen – als Ziele oder Probleme – anstatt konkrete Lösungen vorzuschlagen. Diese Ergebnisse haben wichtige Implikationen für politische Entscheidungsträger:innen.
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