
Hintergrund: Laufband-basiertes Perturbationstraining, d.h. ein Training, bei dem Stolper- oder Ausrutschsituationen unter sicheren Bedingungen simuliert werden, kann Stürze im Alltag älterer Erwachsener reduzieren (Pai et al., 2014). Nach Störungen des Gangs benötigten ältere Erwachsene mit kognitiver Beeinträchtigung (KB) mehr reaktive Schritte, um diese auszugleichen (Voß et al., 2024). Meir et al., (2024) zeigten bei jüngeren Erwachsenen, dass die elektrodermale Aktivität (EDA), als Indikator für emotionale Reaktionen, von der ersten bis zur sechsten Perturbation abnimmt. Bisher liegen keine Daten zur Reaktion der EDA auf Störungen des Gangs bei älteren Erwachsenen mit oder ohne KB vor. Zielsetzung: Im Rahmen der Studie wird überprüft, ob ältere Personen mit KB im Vergleich zu älteren Personen ohne KB nach den Perturbationen einen anderen EDA-Verlauf zeigen. Methode: Insgesamt werden etwa 100 Personen über 70 Jahre mit und ohne KB und einem erhöhten Sturzrisiko untersucht. Die Hälfte der Teilnehmenden erhält ein laufbandbasierten Perturbationstraining, die andere Hälfte ein konventionelles Laufbandtraining. Wir erwarten, dass etwa 30 % der Teilnehmenden einen MoCA score von unter 26 Punkten aufweisen. Nach den Baseline-Assessments erhalten die Teilnehmenden neun Trainingseinheiten auf dem Laufband mit (Intervention) oder ohne Perturbationen (Kontrolle). Während der dritten und neunten Trainingseinheit werden die EDA-Reaktionen auf die Störungen (Intervention), bzw. das konventionelle Laufbandtraining (Kontrolle) bewertet. Die Datenanalyse konzentriert sich auf die Amplitude des EDA-Signals, normalisiert auf den Basiswert. Diese Amplituden werden zwischen der 3. und 9. Trainingseinheit sowie zwischen der Kontroll- und Interventionsgruppe deskriptiv verglichen. Ergebnisse: In den vorläufigen Ergebnissen von 13 Proband:innen variieren die Amplituden nach den Perturbationen zwischen 0,00 – 0,78 µS. Der durchschnittliche EDA-Wert vor einer Perturbation ist in der Interventionsgruppe bereits höher als der in der Kontrollgruppe. Höhere Punktzahlen im MoCA scheinen mit einer stärkeren Amplitude des EDA-Signals nach Perturbationen zusammenzuhängen. Implikation für Forschung und/oder (Versorgungs-)Praxis: Die erhöhten EDA-Werte der Interventionsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe deuten auf eine erhöhte emotionale Erregung während des Perturbationstrainings im Vergleich zu konventionellem Laufbandtraining hin. Diese Erregung scheint vom dritten bis zum neunten Training nicht abzunehmen und mit einer besseren Kognition assoziiert. Diese ersten deskriptiven Ergebnisse werden im weiteren Verlauf der Studie überprüft.
Accidental Falls/prevention & control, Accidental Falls/prevention & control, electrodermal activity
Accidental Falls/prevention & control, Accidental Falls/prevention & control, electrodermal activity
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