
Dieser Text entwickelt einen strukturtheoretischen Entwurf zur Frage, wie Zeit als temporale Ordnung in operierenden Systemen entstehen kann. Ausgangspunkt ist die Hypothese, dass Zeit keine gegebene Entität, sondern eine emergente Struktur darstellt – generiert aus der gerichteten Kopplung von Elementaroperationen: Feedback, Reflexion und Re-entry. Entscheidendes Innovationsmoment ist die Einführung der Übergänge Inversion und Re-Inversion, durch die die zyklische Abfolge dieser Operationen in eine gerichtete, qualitativ differenzierte Zeitstruktur überführt wird. Die Theorie der Elementarzeit erhebt dabei keinen ontologischen Anspruch, sondern beschreibt die Bedingungen, unter denen Zeit in Systemen beobachtbar, rekonstruierbar und funktional generierbar wird. Klassische Zeitbegriffe – etwa die absolute Zeit (Newton), die relativistische Raumzeit (Einstein), die entropische Zeitrichtung (Prigogine), die subjektive Zeit (Husserl, Bergson) oder die symbolisch generalisierte Zeit sozialer Systeme (Luhmann) – erscheinen in diesem Rahmen nicht als konkurrierende Modelle, sondern als systemtypische Ausprägungen eines gemeinsamen Strukturprinzips. Die Elementarzeit ist damit keine weitere Zeitform, sondern ein metatheoretischer Vorschlag, der disparate Zeitkonzepte nicht nivelliert, sondern über ihre operative Genese differenziert integrierbar macht. Sie liefert eine formal-strukturelle Begründung für die Pluralität von Zeitphänomenen – durch Rückführung auf Übergangslogiken, die Zeit nicht voraussetzen, sondern erst ermöglichen. In dieser Perspektive wird Zeit nicht gemessen, sondern erzeugt. Nicht wiederholt, sondern emergiert. Nicht gegeben, sondern unterschieden.
Wissenkonstruktion, Elementaroperationen, Zeitstruktur, Forschung, Zeit, Re-entry, Systemtheorie, Reflextion, Kognition, Feedback
Wissenkonstruktion, Elementaroperationen, Zeitstruktur, Forschung, Zeit, Re-entry, Systemtheorie, Reflextion, Kognition, Feedback
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