
Der Vortrag untersucht den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Hochschullehre – insbesondere von Sprachmodellen wie ChatGPT – aus einer problemsoziologischen Perspektive. Dabei wird deutlich: KI verändert die akademische Praxis, ohne die Grundprinzipien akademischer Bildung außer Kraft zu setzen. KI-Tools erleichtern zwar Prozesse wie Themenfindung, Textproduktion und Datenanalyse, ersetzen aber nicht das notwendige fachliche Verständnis. Gleichzeitig stören sie gewohnte Prüfungs- und Bewertungsverfahren, da Texte nun automatisiert entstehen können – was Fragen nach Eigenständigkeit und Leistung aufwirft. Der Vortrag warnt vor einer unreflektierten Technikbegeisterung: KI ist kein denkendes Wesen, sondern funktioniert über Wahrscheinlichkeiten. Ihre Ergebnisse können fehlerhaft oder verzerrt sein, etwa wenn gesellschaftliche Ausschlüsse in den Trainingsdaten fortgeschrieben werden. Statt KI zu verbieten, fordert der Vortrag eine didaktische Neuausrichtung: Prüfungen sollen stärker auf kritisches Denken und individuelles Lernen setzen – etwa durch mündliche Formate oder forschendes Lernen. Auch eine bessere Betreuung und Ausstattung der Hochschulen wird als notwendig betont. Im Zentrum steht die Frage nach Mündigkeit und Reflexion: Studierende sollten befähigt werden, KI verantwortungsvoll zu nutzen – nicht unter Generalverdacht stehen. Letztlich zeigt sich: KI ist kein „alter Wein“, sondern Anlass, über Bildung, Technik und akademische Praxis neu nachzudenken.
Künstliche Intelligenz (KI), Praxeologie, Hochschullehre, Innovation
Künstliche Intelligenz (KI), Praxeologie, Hochschullehre, Innovation
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