
Zusammenfassung Seit Beginn russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 sind die Importe der von fossilen Energieträgern (Erdgas, Öl und Kohle) aus Russland in die Europäische Union mit der Hilfe von zwölf Embargo-Paketen der EU sehr rasch reduziert worden. In der Atomwirtschaft hingegen bleibt Russland ein strategischer Lieferant von Uran, Brennelementen und technischen Dienstleistungen für die EU. In diesem Diskussionsbeitrag werden Abhängigkeiten zum russischen Nuklearsektor in einzelnen Stufen der nuklearen Wertschöpfungskette aufgezeigt. Knapp 17 % des benötigten Natururans für die EU kommen direkt aus Russland und russische Akteure sind auch in anderen Ländern aktiv. Ein Drittel der benötigten Anreicherungsleistung wird vom russischen Staatskonzern Rosatom bezogen. Im Jahr 2023 waren in der EU 18 Reaktoren sowjetischer bzw. russischer Bauart in Betrieb, die größtenteils mit russisch produziertem Kernbrennstoff betrieben werden. Abhängigkeiten in diesem Bereich zu reduzieren ist herausfordernd und wird durch langfristige Verträge und begrenzte alternative Produktionskapazitäten erschwert. Die Analyse europäischer und westlicher Kapazitäten zeigt in allen betrachteten Stufen der Wertschöpfungskette Alternativen zur Versorgung durch Rosatom auf. In einzelnen Stufen ist eine Verlagerung nach Europa möglich und auch für den benötigten Kernbrennstoff stehen Alternativen bereit. Hier spielt der US-Konzern Westinghouse eine Schlüsselrolle, mit dem bereits einige Staaten, die Reaktoren russischer Bauart betreiben, Verträge zur Lieferung von entsprechenden Brennelementen abgeschlossen haben. Insgesamt zeigt die Analyse, dass die EU von der russischen Atomwirtschaft unabhängig werden kann. Die einfachste Lösung, die Abhängigkeit von Russland oder anderswo zu reduzieren, wäre ein Ende der Atomstromproduktion.
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