
Diese Studie untersucht, wie Dozierende an Pädagogischen Hochschulen Qualität digitaler Hochschullehre verstehen und professionsbezogen verorten. Ziel ist es, die zugrunde liegenden Orientierungen zu rekon-struieren, in denen digitale Lehre bewertet und gestaltet wird.Auf Grundlage offener Befragungen von Dozierenden der Pädagogischen Hochschulen Luzern und Schwyz sowie einer qualitativ-rekonstruktiven Analyse im Sinne der Grounded Theory werden typische Muster im Umgang mit digitaler Lehre identifiziert. Die empirische Typenbildung wird im weiteren Verlauf als professi-onsbezogene Orientierungsstruktur interpretiert und systematisch mit den heuristischen Qualitätsperspekti-ven nach Harvey und Green (1993; 2000) sowie Harvey (2024) in Beziehung gesetzt.Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Hochschullehre im untersuchten Material weniger entlang technischer Kriterien bewertet wird als entlang unterschiedlicher Qualitätslogiken – insbesondere im Spannungsfeld von Zweckmässigkeit, Konsistenz und Transformation. Digitale Lehrsettings erweisen sich dabei als Verdich-tungsraum professionsbezogener Deutungsmuster: Sie machen implizite Qualitätsverständnisse sichtbar und verschärfen bestehende Spannungen zwischen institutionellen Steuerungslogiken und didaktischen An-sprüchen.Die Studie leistet damit einen Beitrag zur differenzierten Analyse digitaler Hochschullehre, indem sie Quali-tät nicht als objektive Eigenschaft von Formaten versteht, sondern als professionsbezogen gerahmte Orien-tierungsstruktur.
