
Der Leitfaden für nachhaltigen Radtourismus bietet eine umfassende Grundlage für die Planung und Verbesserung aller mo-bilitätsbezogenen Infrastrukturen und Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Fahrradtourismus als Hauptvertreter des Ökotourismus. Nach einer kurzen Einführung folgt ein systematischer Überblick über Geschichte und Trends des „Fahrradbasierten Ökotourismus“. Der mannigfache Nutzen für die regionale Wirtschaft und Wertschöpfung, den Naturschutz, die Pflege und Erhaltung des bodenständigen kulturellen Erbes und wertvoller Lebensräume wird hervorgehoben – eine typische Win-Win-Situation. In diesem Kapitel werden auch unterschiedliche Kategorien an „Fahrrad-Tourist:innen“ beschrieben und Hinweise ge-geben, welchen Herausforderungen Sie sich stellen müssen, um eine erfolgreiche regionale Initiative im Radtourismus zu starten. Der Abschnitt „Planen für unterschiedliche Typen Radfahrender“ bietet eine Einführung in Planungs- und Gestaltungs-prinzipien, und zeigt allgemein gültige und spezielle Erfordernisse verschiedener Arten Rad fahrender auf. Fahrzeuggeschwin-digkeiten – besonders Geschwindigkeitsunterschiede – und Verkehrsmengen, sowohl im motorisierten als auch im Fahrradver-kehr erlauben entweder eine gemischte Führung auf einer gemeinsamen Verkehrsfläche oder erfordern getrennte, eigene An-lagen für motorisierten und Fahrradverkehr. Im touristischen Radverkehr werden bevorzugt getrennte Anlagen wie zum Beispiel Radwege, oder wenig befahrene Nebenstraßen empfohlen. Dies garantiert angenehmes und sicheres Radfahren abseits von Lärm und Abgasen des motorisierten Verkehrs und trägt auch den Bedürfnissen und Fähigkeiten wenig geübter Rad fahrender Rechnung. „Radtourismus in Ihrer Region – wie beginnen?“ zeigt auf, dass Präsentation und Bewerben von Naturschönheiten, regi-onalspezifischer Charakteristika und kultureller Angebote unerlässlich sind, um Interesse zu wecken und erfolgreich zu sein. The-matisch hervorstehende touristische Routen wie z.B. das EuroVelo Netzwerk helfen, regionale Ökosysteme und das kulturelle Erbe zu bewahren. Gleichzeitig öffnen sich vielfältige wirtschaftliche Möglichkeiten für die lokale Wirtschaft und werden Arbeits-plätze geschaffen. Der Leitfaden zeigt erste Schritte und gibt Empfehlungen, wie mit der ständigen Notwendigkeit zu Verbesse-rungen umgegangen werden kann, um eine führende Position als erfolgreiche Tourismusdestination zu sichern. Der Abschnitt „Infrastruktur für Radtourismus auf gehobenem Niveau“ bildet den Mittelteil des Leitfadens. Obwohl es unmöglich ist, alle Details der Radverkehrsplanung anzuführen, behandelt dieses Kapitel die wichtigsten Elemente, die für eine gelungene Umsetzung von Radverkehrsanlagen unerlässlich sind. Ausgehend von essenziellen Bausteinen der Infrastruktur wer-den verschiedene Typen von Radfahranlagen jeweils mit zweckmäßigen Anwendungen angeführt. Organisatorische Aspekte von Kreuzungen und Kreisverkehren werden behandelt und Wegweisung entlang der Route sowie notwendige Informations-angebote angesprochen. Ergänzend dazu sind Wissenswertes zu Fahrradabstellen, Rastmöglichkeiten und Wetterschutz für Rad fahrende, Beleuchtung und Unterhalt ebenso Teil dieses Kapitels. Diese Empfehlungen sollen die örtlich Verantwortlichen in die Lage versetzen, alle notwendigen Aspekte zu berücksichtigen. Es wurden zwei Qualitätsstufen definiert: Basiskriterien – „Must-haves“, für ein funktionelles Basisangebot erforderlich – und gehobene Kriterien – „Nice-to-haves“, deren Einhaltung eine ge-hobene Angebotsqualität erzielen und die Verbesserungsmöglichkeiten bestehender Angebote aufzeigen. Grundsätzlich wird empfohlen, für die detaillierte Planung, Organisation und Umsetzung von Maßnahmen die Unterstützung versierter Planer:innen in Anspruch zu nehmen. Die Umsetzung von Infrastrukturprojekten ist eine komplexe Aufgabe und erfordert die Einbeziehung zahlreicher Interessenvertreter:innen. Der Abschnitt „Vernetzte Mobilitätsangebote“ beantworte die Frage, wie Rad fahrende den Ausgangspunkt ihrer Radreise erreichen und am Ende wieder nach Hause gelangen. Die Prinzipien des Ökotourismus erfordern die Nutzung umweltfreundli-cher Verkehrsmittel. Dementsprechend müssen öffentliche Verkehrsmittel (ÖV: Bahn und Bus sowie Bedarfsverkehre) für die Transfers zum Ausgangspunkt und vom Endpunkt der Radreise zum Zug kommen. Umsteigemöglichkeiten zwischen den verschiedenen Verkehrsarten (= Intermodalität) und der (Fahrrad-)Transport im ÖV müssen gut vorbereitet reibungslos ablaufen, um den Rad fahrenden Fahrgästen Sicherheit und Komfort zu gewährleisten. Dies umfasst auch angemessene Information und Buchungsmöglichkeiten. „Fahrradverleihsysteme“ sind ein Angebot, das eigene Fahrrad zu Hause zu lassen und sich eines während des Urlaubs zu borgen. Darüber hinaus sollten Rad fahrende ein elektrisch unterstütztes Fahrrad (Pedelec) ausleihen und den Fahrspaß auskos-ten können. Man kann grob zwei Verleihoptionen unterscheiden: Leihräder, die für längere Zeitabschnitte ausgeborgt werden, und zwar von Organisationen wie z.B. Reiseveranstalter:innen, einem Fahrradgeschäft oder dem Beherbergungsbetrieb. Diese Vorgangsweise nutzen üblicherweise Radtourist:innen für mehrtägige Touren. Die zweite Option sind lokale, meist in Siedlungs-zentren angebotene öffentliche Radverleihsysteme. Diese Fahrräder sind meist robuste, schwere Konstruktionen und werden auch dadurch weniger für Überlandtouren nachgefragt. „Beherbergung und Gastronomie“ ergänzen einander und informieren ihre Kund:innen wechselseitig über das jeweils an-dere Angebot. Zu einer Radtour gehören auch Essen und Trinken, längere Unternehmungen beinhalten auch Übernachtungen; beides sind die ergiebigsten Chancen für die lokalen Wirtschaftstreibenden. In etablierten Rad-Destinationen haben sich Betriebe in beiden Kategorien hervorgetan, die herausragende Qualität bieten und dies auch mit anerkannten Zertifizierungen belegen. Rad fahrende lassen sich gerne in Spitzenunterkünften und von herausragenden kulinarischen Erlebnissen verwöhnen und lassen sich dies auch etwas kosten. Erfolgreiche Angebote für Radreisende beinhalten unter anderem jedenfalls auch Quartiere für eine Nacht, warme Küche über den ganzen Tag usw. Der Abschnitt „Marketing, Kommunikation und Information“ zeigt auf, welche Informationen an die Radtourist:innen herangetragen werden müssen, um sie zu einer Reise zu inspirieren. Das „Produkt Radtourismus“ muss am Tourismusmarkt prominent platziert werden, wobei einige Erfolgsfaktoren beachtet werden sollten.„Erfassen des Radtourismus“ idealerweise mit Dauerzählstellen ist notwendig, um Entwicklungen und damit neben Trends auch die Wirksamkeit von Maßnahmen und Aktionen über längere Zeiträume aufzeigen zu können. Erhebungen unter Rad fahrenden – speziell Befragungen – aus denen Charakteristika und Bedürfnisse Rad fahrender Gäste ableitbar sind, helfen bei der Planung und optimalen Weiterentwicklung des Angebots. Rad fahrenden sollte es möglich sein, Feedback zu geben und Verbesserungen vorzuschlagen. Der wichtigste Erfolgsfaktor im Radtourismus sind ständige Verbesserungen des Angebots, um unter Mitbewerber:innen bestehen zu können. „Erfolgsgeschichten und Good-Practice“ zeigt ausgewählte gute Beispiele in einem eigenen Abschnitt. Kurze „Checklisten für eine erfolgreiche Umsetzung“ am Ende jedes Kapitels oder längeren Abschnitts dienen der eigenen Einschätzung.
Project co-funded by the European Union funds (ERDF, IPA)
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