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doi: 10.1007/bf01652660
Auf Grund ausgedehnter kapillarmikroskopischer Beobachtungen bei Vasoneurotikern wird die innere Verwandtschaft der auserordentlich zahlreichen, auf konstitutioneller Grundlage entstehenden Gefasneurosen dargelegt. Die alte Einteilung in vasokonstriktorische und vasodilatatorische Neurosen wird verlassen. Es zeigt sich, das ahnlich wie am Verdauungstraktus rein spastische und rein atonische Zustande doch nur ausnahmsweise vorkommen, das vielmehr bei einem und demselben Kranken nicht nur zu verschiedenen Zeiten, sondern zugleich sowohl spastische wie atonische Phanomene beobachtet werden. Die Gefasneurose erscheint somit unter dem allgemeinen Gesichtspunkt einer Disharmonie zwischen vegetativen und autonomischen Einflussen. Diese Disharmonie ist in merklicher Weise auch von seelischen Unausgeglichenheiten begleitet, wenn nicht durch diese sogar hervorgerufen. Morphologisch last sich der Ubergang von leicht spastisch-atonischen Kapillarveranderungen bis zu den schwersten Zirkulationsstorungen mit lokalem Gewebstod oder bis zur Anhaufung groserer Blutmassen im venosen Anteil des Gefassystems verfolgen. Das Krankheitsbild der bekannten, klagenreichen Patientin, „der es uberall fehlt“, wird durch unsere Beobachtungen aus einem rein funktioneilen zu einem organischen. Wer die zahlreichen Hautkapillaraneurysmen dieser Patienten sieht, wird verstehen, das sie ernstliche Beschwerden hervorzurufen imstande sind. Durch das haufige Zusammenfallen dieser vasoneurotischen Konstitution mit Geschwursbildungen im Magendarmkanal und am Unterschenkel wird die Frage angeschnitten, ob diese Defekte nicht in ahnlicher Weise erklart werden konnen wie die Raynaudsche Gangran.
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