
Uber die Zukunft der Mitbestimmung wird insbesondere auch vor dem Hintergrund einer zunehmenden Europaisierung kontrovers debattiert (Seyboth/Thannisch 2008). Mehrere Kommissionen (Bertelsmann-Stiftung/Hans-Bockler-Stiftung 1998; Biedenkopf et al. 2006) und Studien (Vitols 2006; Renaud 2007) kommen zu dem Ergebnis, dass sich die deutsche Mitbestimmung im Grosen und Ganzen bewahrt und keine negativen Auswirkungen auf den wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen hat, sondern im Gegenteil zu positiven Produktivitatseffekten fuhren kann. Trotz dieser empirischen Ergebnisse kritisieren bestimmte Interessengruppen wiederholt die geltenden Regelungen (BDA/ BDI 2004; Donges et al. 2007; Vogel 2007). In jungster Zeit haufen sich Forderungen, Verhandlungslosungen auch auf nationaler Ebene zuzulassen (vgl. Teichmann 2008, S. 797f.) um, dem Beispiel der Europaischen Aktiengesellschaft (Societas Europaea – SE) folgend, auf die Herausforderungen zu reagieren, die durch europaischen Wettbewerb fur die nationale Mitbestimmung entstunden.1 In der Tat war in der jahrzehntelangen Debatte um die Schaffung der SE die Frage um die Ausgestaltung der Arbeitnehmerbeteiligung stets kontrovers. Das Projekt geriet zu einer Art „Seifenoper“, mit „standig Auswirkungen auf. Dieser Beitrag analysiert die Situation der SE, vor allem die verhandelte Arbeitnehmerbeteiligung, nach aktuellem Stand und zieht eine erste, empirisch fundierte Bilanz aus einer IndustrialRelations-Perspektive. Der Artikel gliedert sich wie folgt: Abschnitt 2 gibt eine quantitativ-deskriptive, generelle Bestandsaufnahme zur SE. Abschnitt 3 erlautert institutionelle Grundlagen zur verhandelten Arbeitnehmerbeteiligung, die Basis sind fur das Verstandnis der weiteren Abschnitte. Abschnitt 4 behandelt die Ebene des SEBetriebsrates (im Folgenden SE-BR). Die Abschnitte 5 bis 7 gehen auf ausgewahlte Phanomene und Probleme ein, die aus Industrial-Relations-Perspektive sowie aus Arbeitnehmerbeteiligung in der Europaischen Aktiengesellschaft (SE) – Empirische Befunde und (un-)erwartete Konsequenzen Berndt Keller Frank Werner
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