
ZusammenfassungHintergrundMit der digitalen Transformation und dem Zuwachs an digitalen Gesundheitsinformationen steigen auch die Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Prävention. Gleichzeitig erhöhen sich auch die Anforderungen an den Umgang mit Gesundheitsinformationen und damit an die (digitale) Gesundheitskompetenz. Vorliegende Studien zeigen jedoch, dass ein Großteil der Bevölkerung in Deutschland nicht über ausreichende Gesundheitskompetenz verfügt und hier großer politischer Handlungsbedarf besteht.Ziel und FragestellungDer Beitrag geht der Frage nach, inwieweit es gelungen ist, Gesundheitskompetenz in Deutschland als Thema und als potenzielles neues Politikfeld zu etablieren.Material und MethodenIn Anlehnung an die Diskussion zur Ausreifung von Politikfeldern werden in dem Beitrag fünf Kriterien ((1.) Problemwahrnehmung und Agenda Setting, (2.) Konsens über Definition und Ziele, (3.) empirische Belege, (4.) Wille zum Handeln und Veränderungsbereitschaft, (5.) Ressourcenausstattung) betrachtet, anhand derer der Reifegrad von Gesundheitskompetenz als neues Politikfeld einzuschätzen versucht wird.ErgebnisseInsgesamt zeigt sich, dass Gesundheitskompetenz in Deutschland eine rasante Themenkarriere durchlaufen hat und ein gesellschaftlich und politisch zunehmend relevantes Thema darstellt. Auch bei der Etablierung und Reifung als Politikfeld erfolgten in den letzten Jahren wichtige, auch international beachtete Schritte. Dabei wurde der Digitalisierung und der Verknüpfung beider bislang getrennt geführten Diskussionen und Entwicklungen jedoch zu wenig Beachtung geschenkt. Auch bis zur nachhaltigen Verankerung als Politikfeld sind noch etliche Herausforderungen zu bewältigen.SchlussfolgerungDie Bedeutung von Gesundheitskompetenz ist im digitalen Zeitalter größer denn je. Die Bewältigung dieser Herausforderungen stellt daher eine zukünftig wichtige Aufgabe dar.
Übersicht, 610
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