
handle: 10419/181073
Nicht erst seit der vergangenen Bundestagswahl gibt es in Deutschland eine öffentliche Diskussion, wie es hierzulande um die soziale Gerechtigkeit bestellt ist. In der Debatte wird hierbei oft auf die Entwicklung der Einkommensungleichheit rekurriert. Um die Gerechtigkeitsfrage sinnvoll zu beantworten, ist ein Vergleich mit historischen oder internationalen Referenzpunkten jedoch nur bedingt zielführend. Vielmehr gilt es zunächst zu klären, was unter Gerechtigkeit verstanden werden soll. Paolo Brunori, University of Florence, Paul Hufe, ifo Institut, und Daniel Mahler, University of Copenhagen, stellen ein neues Messkonzept für ein weit verbreitetes Gerechtigkeitsideal vor: die Idee der Chancengerechtigkeit. Danach beinhaltet Chancengerechtigkeit, dass die Möglichkeit zur Einkommenserzielung nicht von Faktoren abhängt, die sich dem persönlichen Einfluss entziehen. Nach den Berechnungen der Autoren lassen sich etwa 25% der Einkommensungleichheiten auf die ungleiche Verteilung von Chancen zurückführen, wobei der Lebenserfolg vor allem von der Bildung und dem Beruf des Vaters beeinflusst wird.
Soziale Ungleichheit, ddc:330, Soziale Gerechtigkeit, I30, Bildungschancen, I31, D31
Soziale Ungleichheit, ddc:330, Soziale Gerechtigkeit, I30, Bildungschancen, I31, D31
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