
handle: 10419/156593
In der heutigen Wissens- und Informationsgesellschaft sind Innovationen als elementar für die wirtschaftliche Entwicklung anzusehen. Die Marktgröße und die Bereitschaft des Marktes, Neuerungen anzunehmen, haben dabei einen wesentlichen Einfluss auf die Generierung und Verbreitung von Innovationen. Spezifische Probleme auf der Nachfrageseite können daher Ansatzpunkte für eine "Nachfrageorientierte Innovationspolitik" sein, verstanden als alles nachfrageseitige, politische Handeln, das dazu beitragen kann, Ineffizienzen im Innovationsprozess zu reduzieren. Mit Regulierung, Förderung der privaten Nachfrage und der öffentlichen Beschaffung von innovativen Gütern und Dienstleistungen lassen sich drei Typen von nachfrageorientierter Innovationspolitik unterscheiden. Sowohl in der politischen als auch der akademischen Diskussion genießt die öffentliche Beschaffung dabei eine Vorrangstellung. In der vorliegenden Studie werden zunächst nachfrageorientierte Instrumente in den innovationspolitischen Förderkanon eingeordnet und die Begründungsmuster für ihren Einsatz kritisch hinterfragt. Es zeigt sich, dass sich nur wenige Situationen identifizieren lassen, in denen Unvollkommenheiten im Innovationsprozess die Diffusion von gesellschaftlich wünschenswerten Innovationen verhindern, so dass ein gezielter, an der Nachfrageseite ansetzender staatlicher Eingriff geboten wäre. Überdies bedingen nachfrageorientierte Maßnahmen zumeist einen stärkeren staatlichen Eingriff in das Marktgeschehen als angebotsorientierte Instrumente, die insbesondere auf die Internalisierung von Wissensexternalitäten abzielen. Zudem setzen sie ein hohes Maß an Wissen bei den politischen Entscheidungsträgern sowohl über die Vorzugswürdigkeit neuer Technologien als auch über die Nebeneffekte bei der Nutzung dieser Technologien voraus. Dieser hohe Informationsbedarf birgt die Gefahr von Fehlentscheidungen und politischer Einflussnahme von Unternehmen.
ddc:330
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