
doi: 10.7892/boris.112072
Um eine effiziente Selektion zu ermöglichen, berücksichtigen sportwissenschaftlich fundierte Talentselektionskonzepte multidimensionale Prädiktoren (Fuchslocher, Romann, Rüdisüli, Birrer & Hollenstein, 2011). In der Regel kommen hierfür motorische Testbatterien und subjektive Trainereinschätzungen zum Einsatz (Höner, Lehyr & Kelava, 2017). In diesem Zusammenhang ist es eine bislang offene Frage, welchen Prognosewert die beiden genannten Prädiktoren im direkten Vergleich haben? 122 Juniorenspitzenfussballer (U14, 13.1% spätere U17-Nationalspieler) absolvierten eine Testbatterie mit neun sportartspezifischen motorischen Items (Dribbling, Torschuss, Ballkontrolle, Jonglieren, Gewandtheitslauf, 40m-Sprint, Counter-Movement-Jump, YoYo-IR2, Rumpfkraftausdauer). Zusätzlich wurde ihre Spielfähigkeit von Trainern subjektiv beurteilt. Nachfolgend wurden Testbatterie und Trainereinschätzung im Rahmen linearer logistischer Regressionen auf ihre Prognosetauglichkeit hinsichtlich Zugehörigkeit zur U17-Nationalmannschaft geprüft. Das Regressionsmodell Testbatterie klassifiziert 50.0% Nationalspieler und 97.2% Nicht-Nationalspieler richtig (p < .01, R2 = .52). Das Modell Trainereinschätzung kann 50.0% bzw. 99.1% der Spieler richtig zuordnen (p < .01, R2 = .38). Ein gemeinsames Modell Testbatterie und Trainereinschätzung erreicht eine Aufklärungsquote von 62.5% bzw. 97.2% (p < .01, R2 = .62). Testbatterie und Trainereinschätzung auf Stufe U14 haben dieselbe richtig-positive Klassifikationsrate für spätere U17-Nationalspieler. Somit kann beiden Prädiktoren ein beachtlicher Vorhersagewert attestiert werden. Noch wesentlich genauer ist die Prognose allerdings, wenn sowohl motorische Talenttests als auch die Trainereinschätzung ergänzend eingesetzt werden: Ihre Kombination kann fast zwei Drittel aller U17-Nationalspieler bereits drei Jahre zuvor richtig klassifizieren. Dieser Sachverhalt spricht eindeutig für die Integration von wissenschaftlichen Testbatterien und subjektiven Trainereinschätzungen im Rahmen eines fundierten Talentselektionskonzepts (Fuchslocher et al., 2011). Literatur: Fuchslocher, J., Romann, M., Rüdisüli, R., Birrer, D. & Hollenstein, C. (2011). Das Talentidentifikationsinstrument PISTE - Wie die Schweiz Nachwuchsathleten auswählt. Leistungssport, 4(2), 22-27. Höner, O., Leyhr, D. & Kelava, A. (2017). The influence of speed abilities and technical skills in early adolescence on adult success in soccer: A long-term prospective analysis using ANOVA and SEM approaches. PLoS ONE, 12(8): e0182211. Philosophisch- humanwissenschaftliche Fakultät Institut für Sportwissenschaft
790 Sports, games & entertainment
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