
doi: 10.4000/ceg.4432
handle: 20.500.13089/dotv
Der von Nietzsche ausgerufene Tod Gottes zeitigt im Werk Carl Einsteins mehrere Reaktionen. In den Dilettanten des Wunders und in G.F.R.G. uberwiegt die Skepsis hinsichtlich eines Ersatzmythos, den er gleichzeitig mit Nachdruck fordert. Der Begriff der Gemeinschaft spielt dabei eine zentrale Rolle, erst in kommunistischer, dann anarchistisch-syndikalistischer Gestalt. Unter dem Einfluss der Negerplastik sucht Einstein aber auch eine asthetische Losung des transzendentalen Problems, die um 1930 in der direkten Forderung nach einem neuen Mythos gipfelt. Wahrend er die fremdkulturelle Primitive „ethnologisiert“, glaubt Einstein nun uber surrealistische Verfahren das kollektive Unbewusste erreichen zu konnen. 1933 wird diese Hoffnung durch einen anderen Mythos, den des Dritten Reiches, zerschmettert – „jude ohne gott“, erwacht Einstein aus seinen utopischen Traumen im Exil: In der Fabrikation der Fiktionen wendet er nunmehr seine „Ethnologie du Blanc“ zur radikalen Ideologiekritik, in die er sich selber mit einschliest. Ideell und auch wirtschaftlich ruiniert, engagiert er sich in Spanien im antifaschistischen Kampf und erlebt wiederum Gemeinschaft auf Seiten des legendaren Buonaventura Durutti.
Surrealismus, Kunstkritik, art criticism, myth, Religion, surrealism, surréalisme, religion, Mythos, critique, mythe, Einstein (Carl), critique d’art
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