
Zusammenfassung Auch drei Jahrzehnte nach ihrer Legalisierung, so berichten viele befragte Frauen, ist die Option Abtreibung nichts, was sie ungebrochen als Teil ihrer Freiheit erfahren. Boltanski versucht mit seiner „Soziologie der Abtreibung“ diesen Befund vor dem Hintergrund des neuen Kapitalismus zu verstehen. Strafrechtliche Duldung und gleichzeitige moralische Disqualifizierung dieser Praxis sind fur ihn Ausdruck einer Spannung im Prozess menschlicher Zeugung – ein universeller Widerstreit, der erst durch die Legalisierung der Abtreibung und die Ausdehnung der kapitalistischen Projektkultur deutlich erkennbar wird. Seine These ist, dass sich Abtreibung moralisch nicht legitimieren lasse, gleichzeitig aber ein fur die soziale Menschwerdung unvermeidliches Ubel sei. Boltanski entwickelt mit einer strukturalistischen „Grammatik der Zeugung“ ein komplexes Argument, das der vorliegende Aufsatz detailliert nachvollzieht und kritisch pruft. Aus der Sicht einer philosophischen Anthropologie erweist sich die...
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