
Schon bevor Rwanda in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts eine deutsche Kolonie wurde, übte das vorkoloniale ruandische Königtum über sein westliches Grenzland seinerseits eine quasi-koloniale Herrschaft aus. Hier entstanden Modelle und Methoden der Herrschaft und Ausbeutung, die unter europäischer Kolonialherrschaft zur Blaupause für Ruandas pseudotraditionelle Gesellschaftsstruktur wurden. Indes war es der europäische Kolonialismus, der Ruandas vorkolonialen Imperialismus in einen Fall von innerem Kolonialismus transformierte. Der erste Teil des Aufsatzes behandelt die allgemeinen Gründe für die Entstehung von Staatlichkeit im Afrika des Zwischenseengebiets. Der zweite Teil beschäftigt sich mit dem Aufstieg und der inneren Dynamik des ruandischen Reiches von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Ankunft europäischer Eroberer. Der letzte Teil schließlich skizziert, inwieweit es die europäische Präsenz in Ruanda der ruandischen Monarchie ermöglichte, nicht nur zu überleben, sondern ihren Anspruch auf souveräne Herrschaft faktisch zu untermauern.
| selected citations These citations are derived from selected sources. This is an alternative to the "Influence" indicator, which also reflects the overall/total impact of an article in the research community at large, based on the underlying citation network (diachronically). | 0 | |
| popularity This indicator reflects the "current" impact/attention (the "hype") of an article in the research community at large, based on the underlying citation network. | Average | |
| influence This indicator reflects the overall/total impact of an article in the research community at large, based on the underlying citation network (diachronically). | Average | |
| impulse This indicator reflects the initial momentum of an article directly after its publication, based on the underlying citation network. | Average |
