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Minderheitenrechte im Baltikum im Vergleich

Authors: Lazauskaite, Ula Marija;

Minderheitenrechte im Baltikum im Vergleich

Abstract

Die Diplomarbeit behandelt rechtliche und politische Rahmenbedingungen der Minderheiten im Baltikum unter besonderer Berücksichtigung der russischsprachigen Bevölkerung. Für Aufregung sorgte vor dem EU-Beitritt die große Zahl der Nicht-Bürger in Lettland und Estland, die von einigen Berufen und bestimmten politischen Rechten ausgeschlossen sind. Die zentrale Frage ist, ob die Integration der nationalen Minderheiten seit der Unabhängigkeit im Baltikum voranschreitet und ob rechtliche und politische Rahmenbedingungen zur dieser Integration gegeben sind. In dieser Arbeit wurden die Staatsbürgerschaftsregelungen zwischen Litauen, Lettland und Estland, sowie die Bereiche Minderheitenschutz, Bildung, Sprachgebrauch, politische Mitwirkung und Arbeitsmarkt in den baltischen Ländern miteinander verglichen und analysiert. Die Situation der Minderheiten im Baltikum kann man keineswegs als schlecht bezeichnen. Im internationalen Vergleich haben sie im Baltikum sogar bessere Möglichkeiten, z.B. das Schulwesen betreffend. In Litauen geht die Integration der russischsprachigen Minderheit schneller und leichter voran als in Lettland und Estland, was aber nicht verwunderlich ist, da die russischsprachige Minderheit dort nur 6,7 % der Gesamtbevölkerung ausmacht, in Lettland aber 29,6 % und in Esltand 25,8 % ausmacht. Noch besteht aber im Baltikum eine Parallelgesellschaft. Eines der Haupthindernisse für eine erfolgreiche Integration sind die fehlenden Kenntnisse in litauischer bzw. lettischer oder estnischer Sprache. Schlussendlich wird die Integration der russischsprachigen (in Litauen auch der polnischsprachigen) Minderheit nicht primär durch rechtliche Bedingungen erschwert, sondern durch die Emotionalisierung des Themas. Man muss sich bewusst sein, dass alleine durch entsprechende Gesetze das bestehende Verhältnis zwischen der Mehrheitsbevölkerung und den Minderheitenangehörigen, sowie dem Verhältnis zwischen den Minderheitenangehörigen und dem Staat, nicht verändert werden kann.

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