
Die vorliegende Masterarbeit beschäftigt sich mit den Beziehungen des deutschen Orientalisten Franz Babinger (1891-1967) zu den albanischsprachigen Gebieten und deren Gesellschaft im Laufe des 20. Jahrhunderts. Aufgrund des Mangels an Forschung über die Kontakte albanischer Intellektueller mit wissenschaftlichen Institutionen im Ausland bietet die Untersuchung von Babingers Beziehungen einen Einblick in die akademischen Netzwerke und deren Dynamik zwischen albanischen Intellektuellen und deutschen Wissenschaftlern. Im Fokus dieser Forschung stehen die Identifikation und Analyse der Ursprünge und der Natur seiner Kontakte mit albanischen Persönlichkeiten und Institutionen sowie seiner Besuche im Land von den 1920er Jahren bis zu seinem Tod in Durrës am 23. Juni 1967. Zudem wird das zeitgenössische Wahrnehmung und die Erinnerung von Babinger durch albanische Wissenschaftler und Institutionen beleuchtet. Ebenso werden Babingers akademische und publizistische Werke zu Albanien und deren Rezeption untersucht, wenn auch nicht im Zentrum der Untersuchung. Die Forschung stützt sich vor allem auf die Analyse von Primärquellen, darunter private Korrespondenzen Franz Babingers und anderer involvierter Akteure, die in verschiedenen Staatsarchiven und Nationalbibliotheken in München, Wien, Tirana und Zagreb aufbewahrt werden, sowie zeitgenössische staatliche Berichte, Artikel aus Zeitschriften und Zeitungen und auch Franz Babingers albanienbezogene Veröffentlichungen. Die Untersuchung zeigt, dass Babingers Engagement in den albanischsprachigen Gebieten in zwei Phasen unterteilt werden kann. Die 1920er- und 1930er-Jahre waren geprägt von häufigen Besuchen und publizistischen Werken, während die 1950er- und 1960er-Jahre durch begrenzte Reisen, aber intensivere wissenschaftliche Kontakte und Auseinandersetzungen mit Albanien-bezogenen Themen gekennzeichnet waren. Während des Kalten Krieges unterhielt Babinger enge Beziehungen sowohl zur albanischen intellektuellen politischen Diaspora im Exil als auch zu der kommunistischen Elite in Albanien, was ihn 1962 zum einzigen eingeladenen Gast aus der BRD auf der „Ersten Konferenz für Albanologie“ in Tirana machte. Heute ist Franz Babingers Beschäftigung mit den albanischsprachigen Gebieten unter albanischen HistorikerInnen kaum bekannt, abgesehen von nur zwei übersetzten Werken: "Mehmed der Eroberer" und "Das Ende der Arianiten".
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