
Ziel dieser Arbeit war es, Bedingungen und Wirkzusammenhänge zu untersuchen, die bei Mitarbeiter*innen das Empfinden auslösen, den Erwartungen ihres Privatlebens aufgrund der Arbeit nicht gerecht werden zu können. Da durch die Arbeit bedingte Konflikte im Privatleben (WLC) sowohl mit physischen als auch psychischen Gesundheitsfaktoren in Verbindung stehen, bestand ein weiteres Ziel darin, Achtsamkeit sowie das spezifische Achtsamkeitsprogramm MBSR als potenzielle Schutzfaktoren zu testen. Dafür wurde eine quantitative Querschnittstudie mittels eines Online-Fragebogens durchgeführt, welchen 213 Personen im Alter zwischen 21 und 81 Jahren (M = 46.29, SD = 13.47) aus Österreich und Deutschland abschlossen. Dabei stellte sich heraus, dass das Erleben von Zeitdruck bei der Arbeit mit einer geringeren Tendenz einhergeht, sich mental von der Arbeit zu lösen und dadurch mit Konflikten zwischen Arbeits-und Privatleben assoziiert ist. Weiter konnte festgestellt werden, dass Achtsamkeit die Fähigkeit zur mentalen Loslösung in der Freizeit bei Zeitdruck und hohen Konzentrationsanforderungen schützt und dadurch mit niedrigerem WLC assoziiert ist. Die Teilnahme am MBSR Programm stand entgegen den bisherigen Forschungsbefunden in Zusammenhang mit niedrigeren Achtsamkeitswerten und dem verstärkten Empfinden von WLC. Maßnahmen, um WLC zu reduzieren, sind zum einen die Reduktion von hohen Arbeitsanforderungen sowie der Schutz der Fähigkeit zur mentalen Ablösung während der Freizeit durch regelmäßige Achtsamkeitstrainings. Um weitere Handlungsimplikationen ableiten zu können, sollten zukünftige Studien nach weiteren Mechanismen für den Zusammenhang zwischen hohen Arbeitsanforderungen und WLC forschen und die Bedingungen zur langfristigen Förderung von Achtsamkeit untersuchen.
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