
Die vorliegende Arbeit analysiert die parallel verlaufenen Wahlkämpfe des Jahres 2016 von Donald Trump und der Brexit-Bewegung als Fallbeispiele rechtspopulistischer Kampagnen aus demokratietheoretischer Perspektive. Ausgehend von einer umfassenden Demokratiedefinition werden erstens die strukturellen Grundlagen des Rechtspopulismus im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten erarbeitet, zweitens die Politikformen und Agitationsmuster der erfolgreichen Kampagnen analysiert und drittens die Auswirkungen der Wahlerfolge auf die Demokratie dargelegt. Die rechtspopulistischen Kampagnen werden einer strukturierten Inhaltsanalyse unterzogen, die zentrale Debattenbeiträge wie Reden, TV-Duelle und Stellungnahmen der handelnden Politiker – Boris Johnson, Michael Gove und Nigel Farage im UK und Donald Trump in den USA – nach deren Strategien, dem ideologischen Gehalt und dem untersucht. Dabei wird deutlich, dass die Rechtspopulisten in ihrer Wahlkampfagitation gesellschaftlichen Unmut über Neoliberalismus und Globalisierung, Migration und Identitätsverlust sowie die aktuellen politischen Verhältnisse mobilisieren, sich als exklusive Vertreter des Volkes gerieren und durch einen gefährlichen, weil demokratischen Grundsätzen widerstrebenden Kurs radikalisieren: Medien und die politische Konkurrenz werden delegitimiert, Tabus gebrochen, Fakten missachtet und der politische Diskurs emotionalisiert während sich die politischen Inhalte vor allem auf nationalistische und xenophobe Positionen beziehen. Der Rechtspopulismus ist damit kein Korrektiv, sondern evidenter Problemfall der Demokratie, zumal er in Regierungsverantwortung sozioökonomisch, kulturell und politisch jene Strukturen weiter verschärft, auf denen sein Erfolg gründet.
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