
doi: 10.25365/thesis.5265
Diese Arbeit zum Thema „Fachdidaktik Mountainbiking – Aktueller Stand sowie Möglichkeiten des Einsatzes im Schulsport“ zeigt einen möglichen Weg die Trendsportart Mountainbiking mit ihren vielen Facetten und Möglichkeiten in den Schulsport einzugliedern. Voraussetzung für die Erstellung eines Konzepts war eine umfassende Literaturanalyse, welche gerade in den letzten Jahren Akzente in der Vermittlung spezifischer Fahrtechniken für Mountainbiking gesetzt hat. Nach Überprüfung vorhandener Fachdidaktiken fällt auf, dass in diversen Ansätzen auf Bedürfnisse des Schulsports keineswegs Rücksicht genommen wurde. Die nähere Betrachtung des Lehrplans für Bewegung und Sport legte geeignete Anknüpfungspunkte of-fen, welche Grundlage für die Formulierung erzieherischer Ziele waren. Der fachdidaktische Teil der vorliegenden Arbeit definierte, den Bedürfnissen des Lehrplans folgend, Inhaltsperspektiven für die Themen Umwelt, Gesundheit, Risiko und Bewegung. Weiters wurden in diesem Abschnitt mögliche Probleme des MTB Unterrichts in der Schule behandelt. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Integration dieser Sportart ein Zusammenspiel vieler Faktoren voraussetzt. Ein begeistertes, interessiertes und kooperati-onsfähiges Team wird bei der Umsetzung dieses Vorhabens kaum Probleme haben, wobei der „Alleingang“ eher problematisch gesehen wird. Besondere Probleme sieht der Autor in der vagen Gesetzeslage, welche im Schulsport noch immer als „Grauzone“ bezeichnet werden kann. Somit wird noch einmal betont, dass eine fachspezifische Ausbildung in Form einer Mountainbikeinstruktor(inn)en oder der Mountainbiketrainer/innen als obligatorisch gesehen werden muss. Ein Konzept für die Vermittlung von Mountainbiking im Unterrichtsfach Bewegung und Sport muss sich von den bestehenden Didaktiken herausheben und sich keinesfalls auf das Lehren von „Standardrezepten“ beschränken. Unter Berücksichtigung der schulischen Ausgangsbedingungen und den Anforderungen des Lehrplans wurde ein fachdidaktisches Konzept angefertigt, welches sich auf das Grundgerüst der Mehrperspektivität bzw. der Handlungsorientierung stützt. Schülerinnen und Schüler sollen dabei ein breites Spektrum an Handlungsalternativen haben, um Bewegungserfahrung sammeln zu können. Geöffnete Unterrichtssituationen und die induktive Lehrmethode stehen dabei im Mittelpunkt, welche vielseitiges Üben und Experimentieren ermöglichen. Dadurch können verschiedene Blickwinkel und Perspektiven zu dieser Sportart gewonnen werden. Bei der Vermittlung jener Grundtechniken, welche der Autor als risikobehaftet sieht, wird auf die deduktive Lehrmethode zurückgegriffen. Bei der Erarbeitung von Bewegungsaufgaben und Übungen wurde auf das Problem der „Geländewahl und Raumressourcen“ zurückgegriffen und berücksichtigt, dass nicht jede Schule in der Umgebung über geeignetes, kupiertes Gelände verfügt. Der Großteil der Bewegungsaufgaben wurde in Folge so konzipiert, dass diese mit einfachen Materialien am Schulgelände bewerkstelligt werden können. Hilfsmittel können Lehrerinnen und Lehrer unterstützen, bestimmte Erfahrungsräume zu inszenieren. Für die Übungen zur Selbst und Risikoabschät-zung sowie Aufgaben zur Förderung des Umweltbewusstseins wird ausdrücklich hingewiesen, dass für deren Umsetzung ein passendes Gelände Vorraussetzung ist. Hierbei muss der Vielseitigkeit des Mountainbikings entsprechend nachgegangen und ein passender Erfahrungsraum im Wald oder auf Forst- und Wanderstrecken gefunden werden. Der Sicherheitsaspekt im Mountainbikesport ist ein häufig thematisiertes Problem, der gerade im Schulsport besonders beachtet werden muss. Einerseits wird maximale Sicherheit im Sportunterricht gefordert, andererseits schreibt der Lehrplan für Bewegung und Sport den Umgang mit Risiko vor. Dabei sollte das Erwerben eines Sicherheitsbewusstseins, sowie die Entwicklung der Fähigkeit, Risiko bei der Sportausübung einzuschätzen und zu vermeiden im Vordergrund stehen. Den Forderungen folgend wir dem Risikoaspekt besondere Beachtung geschenkt.
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