
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Aneignung der Alltäglichen Wissenschaftssprache von mehrsprachigen Studierenden. Mit „Alltägliche Wissenschaftssprache“ (AWS) bezeichnete erstmals Ehlich den Anteil der Allgemeinen Wissenschaftssprache, der seinen Ursprung in der Alltagssprache hat und fächerübergreifend verwendet wird. Auf Basis Ehlichs und weiterer theoretischer Beiträge zur Konzeption und Aneignung der AWS wird in dieser Arbeit zunächst eine Arbeitsdefinition aufgestellt und die Aneignung der AWS aus theoretischer Perspektive betrachtet. Ein Überblick über empirische Untersuchungen bildet dann den Ausgangspunkt für die vorliegende Untersuchung, wobei vor allem Pohls (2007) und Steinhoffs (2007) Untersuchung und Modellierung der wissenschaftlichen Schreibentwicklung erstsprachiger Studierender als Vorbild dienten. Um einen Einblick in die Aneignung der AWS mehrsprachiger Studierender zu erhalten, wurde ein Korpus aller Sätze mit AWS-Elementen aus insgesamt neun Texten untersucht – jeweils drei Arbeiten von drei Teilnehmer*innen, die diese zu Beginn, in der Mitte und gegen Ende ihrer Studien geschrieben hatten. Das Korpus wurde auf Satzebene in den Bereichen Textprozedur (nach Steinhoff 2007) und Dimension (nach Pohl 2007, 2010) annotiert und eine korpusbasierte Produktanalyse der verfasser*innenreferentiellen Schreibprozedur durchgeführt. Dabei konnte gezeigt werden, dass Steinhoffs sich Entwicklungsmodell auch auf die Aneignung mehrsprachiger Studierender anwenden lässt, wobei sich von Steinhoff beobachtete Phänomene auch in diesem Korpus zeigten. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Schreibentwicklung in Richtung des wissenschaftlichen common sense weist und in bestimmten Bereichen auch die höchste Entwicklungsstufe der kontextuellen Passung erreicht wird. Zudem scheinen bei der Aneignung der AWS die Ausbildung von Präferenzen und ein Übungseffekt eine Rolle zu spielen.
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