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Tintin et Milou

Authors: Gravogl, Isabella;

Tintin et Milou

Abstract

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit einer Analyse der „Aventures de Tintin“ im Medium Film. Tintin, der Held, der in Hergés Comics um die Welt reist und Abenteuer erlebt, existiert heutzutage nicht nur unbewegt auf Papier im Comic, sondern hat einen Medienwechsel in das bewegte Medium Film erfahren. Diese Arbeit beschäftigt sich vor allem mit dem Aspekt der Möglichkeiten und Grenzen einer Comicverfilmung. Die gewählten Verfilmungen stammen aus den Jahren 1947, 1990/91 und 2011, weshalb sich auch die Geschichte des Trickfilms hieran ablesen lässt, denn jede Adaptation der Tintin-Comics sah sich vor unterschiedliche Möglichkeiten und Grenzen gestellt. Verfilmungen von Comics fallen aufgrund des Medienwechsels in den Bereich der intermedialen Forschung, womit Adaptationen einem offenen Gebiet angehören, das keinen strengen Regeln unterliegt. Sie haben die Freiheit, die von ihnen ausgewählte Vorlage getreu in das Medium Film zu übersetzen oder können diese auch frei nachempfinden. Es gibt somit viele Möglichkeiten der Umsetzung. Auch bei einer genauen Adaptation können nie alle Bereiche der Vorlage übernommen und abgedeckt werden, denn jedes Medium hat seine eigenen Charakteristika. Der Literatur hat der Film den visuellen Bereich voraus, dem Comic vor allem die Bewegung. Comic und Film sind verwandt, denn sie sind beide narrative und visuelle Medien. Um einen Medienwechsel auf diesem Gebiet zu machen, erfordert dies vorerst eine Definition von Comic und Film, um ihre Unterschiede und Nähen erfassen zu können. Comic und Zeichentrickfilm sind einander sehr ähnlich, da sie viele ähnliche Formen der Darstellung nutzen. Im Zeichentrickfilm werden die einzelnen Panels zu bewegten Bildern. Die Dialoge in Form von Sprechblasen werden zu gesprochenen Szenen und die lautmalerischen Grapheme durch Geräusche und Musik ergänzt. Die Musik wird auch als Mittel eingesetzt, um Spannung zu erzeugen und die Handlung voranzutreiben oder zu verlangsamen. Die Zeit unterscheidet beide Medien wesentlich, denn die Lesezeit bestimmt der Leser selbst. Beim Film werden in einer bestimmten Zeit die Abenteuer der Helden dem Publikum vorgespielt. Es ist genau das Lesen der Comics, der Sprung von einem Panel zum nächsten, was die Lektüre primär ausmacht. Kein Bild kann allein existierten und nur in Verbindung mit den anderen Panels betrachtet wird die Handlung verständlich. Mit der „ligne claire“ schafft Hergé eine neue Erzähl- und Darstellungsform im Comic. Vor allem sein Werk „Les Aventures de Tintin“ beeinflusst in Belgien wie auch in Frankreich eine ganze Epoche der Comicentwicklung. Die „ligne claire“ zeichnet sich durch eine klare Strukturiertheit der Handlung aus. In den einzelnen Panels sind nicht mehr Informationen als nötig, obwohl diese sehr aufwändig und detailreich gestaltet sind. Neben einem großen Handlungsstrang sind bei Hergé auch noch Nebenhandlungen in die Geschichte integriert. Eine genaue Arbeit leistete Hergé nicht nur bei der Gestaltung seiner Comics, sondern auch bei der Recherche. Tintin reist in viele Länder und Hergé versucht so, seinem Publikum die Welt näher zu bringen. Die Sicht ist zwar politisch gefärbt, Hergé bemüht sich jedoch, das Fremde genau darzustellen, ohne je selbst dort gewesen zu sein. Die Comicalben „Die Krabbe mit den goldenen Scheren“, „Das Geheimnis der Einhorn“ und „Der Schatz Rackham des Roten“ wurden in dieser Arbeit analysiert. Bei der Puppenverfilmung (1947) von „Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ ist zu bemerken, dass die Adaptation dem Original sehr treu geblieben ist. Trotz der Figuren in Puppenoptik erkennt man die Charakterzüge der einzelnen Personen. Die technischen Mittel der Zeit haben es zwar ermöglicht, die unbewegten Bilder zu animieren, doch bleiben wenig authentisch. Ebenso wenig wurde die Musik effizient eingesetzt, um Stimmung zu erzeugen. Die Zeichentrickverfilmung der drei Alben hingegen ist dem Comic dann doch viel näher, obwohl auffallend ist, dass der Alkoholismus des Kapitän Haddocks aus der Verfilmung gestrichen wurde. Zum Schluss ist noch die 3D-Verfilmung von Steven Spielberg zu nennen, deren Handlung auf diesen drei Alben basiert. Bei Spielberg entsteht ein neues Werk, dass die Suche nach dem Geheimnis des Schiffs, der Einhorn, neu und frei nacherzählt. Nur noch wenige Szenen sind dem Comic genau nach-empfunden worden. Die technischen Mittel, die für diesen Film verwendet wurden, das Motion-Capturing-Verfahren, ermöglichen es, die Figuren und deren Bewegungen sehr realistisch darzustellen. Für manchen Zuschauer mag dies etwas befremdlich wirken, da Animation und Realität hierbei miteinander verschmelzen. Festzuhalten bleibt, dass es trotz der Nähe zwischen Film und Comic bei einer Verfilmung nicht gelingt, den ganzen Charakter des Comics einzufangen und zu reproduzieren, weshalb es von Nöten ist, die Verfilmungen als ein eigenständiges Werk zu sehen. Die Möglichkeiten in animierten Verfilmungen von Comics sind schlussendlich aufgrund der Filmtricks zahlreich. Realver-filmungen stoßen hier mehr an ihre Grenzen, denn die Verfilmungen wirken oft zu karikatural und komikhaft.

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