
In dem frühen Essay Die endlose Unschuldigkeit setzt sich Elfriede Jelinek mit den Wirkungmechanismen und Machtansprüchen der Massenmedien, insbesondere des Fernsehens, der Illustrierten sowie des Heftromans auseinander. Anhand des Textes und seines Umfelds werden zentrale medienkritische Positionen der Autorin aufgezeigt. Mit einer Montage von Fragmenten verschiedenen Diskursen zuordenbarer Referenztexte bewegt sich der Essay selbst an der immer wieder abgerufenen und auf ihre Gültigkeit hin befragten Grenze zwischen Trash und Theorie. Durch seine Verfasstheit als Trivialcollage, in der theoretische und triviale Redeweisen mitenander verschränkt werden, werden im Text gezielt Interferenzen zwischen diesen Redeweisen erzeugt. Mit unterschiedlichen sprachlichen und formalen Strategien versucht Die endlose Unschuldigkeit, den masssenmedialen Dauermonolog zu stören und die Mythen, die er erzeugt und reproduziert, als solche zu bezeichnen. Dabei operiert der Text spielerisch mit Elementen massenmedialer Programmstrukturen und Rhetoriken sowie den Praktiken deren Rezeption.
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