
Die Bevölkerung Österreich ist im Wachstum begriffen, doch diese diese Arbeit wurde bewusst zum Thema Schrumpfung verfasst. Dabei spielte meine persönliche Motivation eine sehr wichtige Rolle. Die Beispielgemeinde Heidenreichstein wurde ausgewählt, stellvertretend für das obere Waldviertel, die nordwestliche Region von Niederösterreich, da es sich dabei um meine Heimatstadt handelt in der ich seit 10 Jahren nur mehr am Wochenende lebe. Schon lange verfolge ich ihre Entwicklung, kenne die Stadt also sehr genau. Ich bin aufgewachsen, als die wirtschaftliche und demographische Situation in Heidenreichstein noch besser war. Bei einer Bevölkerung von 4.849 Menschen im Jahr 1991 waren genug Kinder vorhanden, um mindestens zwei Klassen pro Volksschuljahrgang füllen zu können. Auch befand sich der Polytechnische Lehrgang in dieser Zeit noch an der Hauptschule Heidenreichstein. Der heute vor allem durch Leerstand gekennzeichnete Stadtplatz war damals auch noch belebter. Es war möglich, die wesentlichen Bedürfnisse in Heidenreichstein zu stillen. Doch dieses Bild hat sich gewandelt. Inzwischen wird überlegt, den Haupt- und Volksschulstandort zusammenzulegen, da sich die Stadtgemeinde die Erhaltung beider Standorte nicht mehr leisten kann. Auch das Füllen der Klassenzimmer scheint nicht mehr so einfach wie noch vor 20 Jahren. Seit einigen Jahren ist Heidenreichstein eine der Sanierungsgemeinden des Landes Niederösterreich. In ehemals kinderreichen Siedlungen sind nur mehr deren Eltern vorzufinden, dafür entstanden neue Siedlungen an Randlagen der Stadt. Weiters hat sich auch die Situation der Arbeitsplätze in den letzten 30 Jahren nicht zum Positiven entwickelt. Doch gerade im Frühjahr 2012 waren auch einige positive Ereignisse zu verzeichnen. So wurde Mitte Mai die Käsemacherwelt am ehemaligen Standort der Anderswelt eröff#net. Dabei handelt es sich um eine Produktionsstätte für Käseprodukte, die auch touristisch als Schaukäserei genutzt wird. Auch stadtplanerisch veränderte sich Heidenreichstein sehr stark. Der Kreuzungsbereich der ehemaligen Ringlerkreuzung in der Schremsterstrasse, ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt zweier überregionaler Landesstrassen B, wurde zu einem Kreisverkehr umgestaltet, wobei auch das Gebäude des ehemaligen Elektrogeschäft Ringler weichen musste. Ende Mai wurde die Realisierung eines Projektes zum Thema betreutes Wohnen beschlossen. Dies soll im Gebäude des ehemaligen Gasthaus Nöbauer, welches sich ebenfalls in der Schremserstrasse befindet, im Nahbereich des geplanten Kreisverkehrs untergebracht werden. Beim Naturpark in Heidenreichstein findet ebenfalls eine rege Bautätigkeit statt, da dort ein neuer Eingangsbereich samt Shop entsteht. Auch für die Jugendlichen in der Stadt entsteht ein neues Jugendzentrum, welches ebenfalls eine Nachnutzung eines Lokales auf der Margithöhe darstellt. Diese Veränderungen könnten bereits Schritte sein um einer möglichen Schrumpfung entgegenzuwirken. Wichtig war es auch, das Thema Schrumpfung vor allem im ländlichen Raum auch auf politischer Ebene anzusprechen.
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