
Bei den Gemeinschaftsgärten bzw. Community Gardens handelt es sich um ein global verbreitetes Phänomen, das in den letzten Jahren auch in Wien angekommen ist. So waren zwar einzelne Initiativen und Pilotprojekte vorhanden, seit dem Sommer 2011 gibt es aber einen regelrechten Boom an neu entstandenen Gärten. Dies steht sicher auch in Zusammenhang mit der von der rot-grünen Stadtregierung neu eingeführten Förderung für Gemeinschaftsgärten. In dieser Arbeit wird die Rolle der Wiener Stadtverwaltung bzw. die Schnittstellenfunktion einzelner Organisationen, die in der Gemeinwesenarbeit tätig sind, behandelt. Dazu gehören die Gebietsbetreuung Stadterneuerung, wohnpartner, die Agenda 21plus und der Verein Gartenpolylog. Aufgrund des recherchierten Materials konnte nachgewiesen werden, dass dies keine Wiener Besonderheit ist, sondern dass bei den meisten Gartenprojekten weltweit eine prozessbegleitende Organisation vorhanden ist – in welcher Form auch immer. Es wird auch sehr oft auf Vereinsstrukturen zurückgegriffen, um einem Gemeinschaftsgarten eine Rechtsform zu geben. Was sich in Bezug auf die Situation in Wien festhalten lässt, ist das Fehlen einer zentralen Organisationsstruktur wie in anderen Ländern oder Städten. Nachdem es sich als unmöglich erwiesen hat, eine allgemeingültige Definition für einen Gemeinschaftsgarten zu finden, befasse ich mich in der Arbeit mit den Rahmenbedingungen und Faktoren, die trotz der vielfältigen Erscheinungsformen für alle Projekte konstituierend sind. Nachdem im deutschen Sprachraum Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten oft synonym verwendet werden, gehört dazu auch eine klare analytische Trennung zwischen einer Gartengemeinschaft und einer Gartennachbarschaft. Illustriert wird dies anhand von drei konkreten Gartenbeispielen. Diese Untersuchungen sind eingebettet in den Versuch, das gemeinsame Gärtnern einer historischen und globalen Verortung zuzuführen, nachdem sich die Aktualität eines Urban Gardening bzw. einer Urban Agriculture im Schnittpunkt der ökonomischen und ökologischen Krisen der Gegenwart befinden. Dazu gehört auch der Strukturwandel der Städte – sei es das Entstehen von Megacities im globalen Süden oder der Shrinking Cities im Norden, die beide Formen der Landnahme von „unten“ zur Folge haben und neue Antworten der Raum- und Stadtplanung notwendig machen.
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