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The Montessori method and first language acquisition

Montessori Pädagogik und Erstspracherwerb ; erstes Sprechen, Schreiben und Lesen
Authors: Pouzar-Kozak, Tatjana Katharina;

The Montessori method and first language acquisition

Abstract

Die vorliegende Diplomarbeit beschaeftigt sich mit Maria Montessoris Paedagogik und Erstspracherwerb mit besonderem Augenmerk auf die Anfaenge des Sprechens, Schreibens und Lesens. Im Anhang befinden sich Bilder von Montessori Materialien, die zur Veranschaulichung dienen sollen. Die italienische Aerztin Maria Montessori entwickelte zu Beginn des 20. Jahrhunderts anhand ihrer Erkenntnisse, die sie waehrend empirischer Beobachtungen und wissenschaftlicher Untersuchungen in ihren Kinderhaeusern gewann, eine Erziehungsmethode, die Kinder in ihrem individuellen Entwicklungsprozess begleitend unterstuetzt, und ihnen ermoeglicht, mit Freude und Begeisterung gemaess ihren Interessen selbsttaetig zu lernen. Ziel ihrer Paedagogik ist die Erziehung des Kindes zu einem unabhaengigen, selbstaendigen, verantwortungsbewussten und sozialen Menschen, der selbstbewusst die sich ihm stellenden Anforderungen im Leben meistert. Dieser kindliche Selbstbildungsprozess setzt das Zustandekommen einer tiefen Konzentration beim Kind voraus, die sich nur in einem entspannten Umfeld einstellt, das die sensiblen Phasen in der kindlichen Entwicklung beruecksichtigt. Fuer die verschiedenen akademischen Bereiche, also auch den Spracherwerb, entwickelte Montessori Materialien, mit deren Hilfe sich der Schueler unabhaengig vom Lehrer bilden kann. Dies erfolgt in der sogenannten Freiarbeit, in der das Kind durch das aktive Arbeiten mit konkreten Gegenstaenden abstrakte Lerninhalte begreifen lernt. Im Vergleich mit sprachwissenschaftlichen Theorien zum Spracherwerb, zum Beispiel Noam Chomskys Universal Grammar, wird deutlich, dass Maria Montessori das Lernen von Sprache aus paedagogischer Sicht betrachtet. Andererseits findet man auch interessante Aehnlichkeiten zwischen Chomskys und Montessoris Aufassung davon wie Kinder ihre Muttersprache erlernen. So glauben etwa beide, dass die Faehigkeit Sprache zu erwerben angeboren ist; Chomsky geht sogar soweit zu behaupten, dass Kinder mit Informationen ueber universelle Sprachstrukturen, also mit ‚Universal Grammar’, auf die Welt kommen. Montessori hingegen spricht nur von einem Mechanismus der dem Kind erlaubt Sprache in sich aufzusaugen, den sie ‚absorbent mind’ nennt. Im Gegensatz zu kognitiven Theorien glauben Chomsky und Montessori, dass sich Sprache in einem separaten Teil des Gehirns entwickelt, unabhaengig von der Gesamtintelligenz des Kindes. Beide sprechen von individuellen Teilen oder Modulen im Gehirn, die jeweils fuer die Entwicklung der verschiedenen Faehigkeiten, wie etwa Balance halten, sehen, mathematisch denken usw., zustaendig sind. Im Gegensatz zu Noam Chomsky glaubt Montessori, dass sobald die einzelnen Module fertig entwickelt sind, also auch der Spracherwerbsprozess abgeschlossen ist, diese Teile zusammen die Intelligenz des Menschen bilden. In weiterer Folge wird im zweiten Kapitel analysiert welchen Einfluss die verbale Umgebung und die sensiblen Perioden auf den Spracherwerb haben und welche Phasen Kinder durchlaufen, wenn sie ihre Muttersprache erlernen. Der dritte und letzte Teil der Diplomarbeit befasst sich mit den Anfaengen von Schreiben und Lesen und betrachtet im Detail Maria Montessoris Theorie und Materialien zum Schriftspracherwerb. Zu Beginn des Kapitels werden Aehnlichkeiten und Unterschiede zwischen dem Lautsprach- und Schriftspracherwerb hervorgehoben. Fuer Montessori sind Schreiben und Lesen zwei unterschiedliche Vorgaenge, die nicht zur selben Zeit stattfinden. So geht das Schreiben ihrer Meinung nach dem Lesen voraus. Mit Hilfe der paedagogischen Analyse zerlegt sie die beiden Prozesse in ihre einzelnen Bestandteile. Die Teilfertigkeiten werden mit Materialien getrennt voneinander vorbereitet. Das Lesen, das nach Montessori ein wesentlich abstrakterer Vorgang ist, da es dabei um die Interpretation von graphischen Zeichen geht, muss sich das Kind selbst aneignen. Sinnentnehmendes Lesen kann man nicht lehren, doch man kann das Kind langsam dahin fuehren. In einer Zeit, in der Leistungsdruck und hohe Erwartungen oft zur Ueberforderung werden, stellt Maria Montessoris Methode, Sprache zu erlernen, einen lustvollen und interessanten Weg dar, bei dem das Kind in seiner natuerlichen Entwicklung begleitet wird. Beim Erwerb des Wortschatzes, der Schrift, des Lesens und der Grammatik wird auf die Beduerfnisse und sensiblen Phasen des Kindes Ruecksicht genommen, weshalb das Erlernen des Schreibens und Lesens, das oft als Huerde in der traditionellen Schule angesehen wird, mit Leichtigkeit erfolgt.

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