
Die Diplomarbeit “Gaelic games and the upsurge of modern sports in Britain – The GAA and its ambivalent contribution to Irish identity (1874-1913)” untersucht die historisch-konstitutive Phase des modernen gälischen Sports in Irland. Es wird gezeigt, wie sich die beiden Hauptdisziplinen Hurling und Gaelic football unter der Patronanz der Gaelic Athletic Association (GAA) zu einem Nischenphänomen in der internationalen Sportlandschaft entwickeln konnten. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Rückwirkungen der historischen Umstände des zum britischen Königreich gehörenden Irlands im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert gelegt. Ausgehend von den Eigenheiten gälischer Sportarten in Irland wird die kulturelle und gesellschaftliche Relevanz von Identitätskonstruktionen im Bereich des Sports in größerem Zusammenhang diskutiert und erörtert. Im Zentrum der historischen Analyse steht das ambivalente Verhältnis der irischen (gälischen) Sportszene zu den sport-politischen Pionierleistungen des Erzfeindes aus England. Speziell unter der mehrheitlich katholischen Bevölkerung Irlands hatte sich durch die konfliktbehaftete Vergangenheit der anglo-irischen Beziehung ein anti-britischer Grundkonsens etabliert. Gleichzeitig machte es die institutionelle Verflechtung mit dem Königreich unmöglich, sich der Sportrevolution zu entziehen, die Mitte des 19. Jahrhundert in England ihren Ausgang nahm und die Dogmen des modernen Sports salonfähig machte. Dies führte dazu, dass gälischer Sport in Irland trotz seiner offen anti-britischen Ausrichtung viele Elemente in sein Portfolio integrierte, die als archetypisch britisch bezeichnet werden können. Um die Bewegung des modernen Sports als komparatives Instrument einsetzen zu können, wird im ersten Kapitel zunächst darauf eingegangen, wann, wo und von wem die britische Sportrevolution losgetreten wurde und worum es sich bei dem Ausdruck „modern sports“ eigentlich handelt. Es wird gezeigt, dass die inhärente Widersprüchlichkeit dieser Konzeption insbesondere im Zuge ihres Exports nach Irland zum Vorschein kommen musste. Im zweiten Kapitel wird der Fokus dann ausschließlich auf Irland gelegt und die Geschichte des modernen gälischen Sports anhand der Gründungsphase der GAA nachgezeichnet. Im dritten und abschließenden Kapitel werden zwei zentrale Aspekte des Themenkomplexes genauer unter die Lupe genommen: die Schlüsselfunktion von Regeln im Rahmen moderner Sportbewegungen wie der GAA und die Rolle des Amateurismus als ideologische Rechtfertigung sportlicher Initiativen. In ihrer Gesamtheit zielt die Diplomarbeit darauf ab, die historisch belastete Sportgeschichte Irlands im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in einen weiteren – und vor allem positiv besetzteren – Bezugsrahmen globaler Sportidentitäten zu setzen. Durch die separate Abhandlung einzelner Teilaspekte soll zukünftigen Forschungsinitiativen damit ein analytisches Grundwerkzeug zur Verfügung gestellt werden. Die Erörterung des vielschichtigen Themenkomplexes versteht sich auch als essentieller Beitrag zur außer-irischen Sportwissenschaftsszene, in der das Phänomen „Gaelic sports“ bisher kaum Berücksichtigung gefunden hat.
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