
Die Cocapflanze ist seit Jahrtausenden wesentlicher Bestandteil der indigenen andinen Tradition. Sie ist für die Andenbewohner sowohl Identitätssymbol, als auch Heilmittel und Opfergabe. Ihre Zukunft steht aber, heute mehr denn je, in den Sternen. Vorliegende Arbeit behandelt den Wandel der Coca von einer Kulturpflanze zum vorrangigen Ziel der Drogenbekämpfung. Einst von den andinen Bewohnern Südamerikas als Geschenk ihrer Götter verehrt, ist das heutige Bild der Cocapflanze in der westlichen Welt von negativen Attributen und Schlagzeilen geprägt. Grund dafür ist eines seiner Derivate, das Kokain. Dieser Imagewandel nahm Ende des 19.Jahrhunderts seinen Anfang, als das Kokain aus dem Cocablatt extrahiert wurde. Es folgte die Einführung des Extrakts in die Medizin, als Allheilmittel und schließlich als Droge der oberen Gesellschaftsschichten Europas. Damit einhergehende Probleme wurden der Cocapflanze, als Ausgangsstoff für die chemische Substanz, zugeschrieben und so wurden ihr Anbau und ihre Nutzung verboten. Gesetzlich ist sie nun harten Drogen, wie Heroin und Kokain, gleichgestellt. Doch die Verfolgung der Cocapflanze hat ihre Wurzeln bereits im 16.Jahrhundert, als die Spanier die Andenregion kolonisierten. Sie sahen die Cocapflanze, die wesentlicher Bestandteil traditioneller Riten ist, als das Haupthindernis für die Christianisierung der einheimischen Bevölkerung und begannen, ihre Verwendung zu verfolgen und zu unterbinden. In dieser Arbeit werden die, mit obigen Ereignissen einhergehenden, Veränderungen der Sichtweise auf die Coca behandelt, sowie die Situation der Bevölkerung der Andenländer untersucht, die am stärksten von den Drogenbekämpfungsmaßnahmen betroffen ist.
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